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Die meisten Muster unserer französischen Pressgläser lassen sich in dem Musterbuch von Launay, Hautin & Cie. um 1840 nachweisen. Dieser Händler hatte die Sortiments der beiden bekanntesten und größten französischen Glashütten, Baccarat und Cristalleries de St. Louis, sowie die Produkte der Firmen Choisy und Bercey im Programm. Aus welcher der Glasfabriken unsere Stücke stammen, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Das gilt auch für zwei der wenigen farbigen Pressgläser unserer Sammlung. Eine schwarze (Abb. 25) und eine weiße Vase (Abb. 26) gehören dazu. Der Eintrag im Inventarbuch bezüglich der weißen Vase verweist auf das "Mosel-Departement, 1837", der für die schwarze Vase lediglich auf "Frankreich, 1837". Beide Vasen stammen vermutlich entweder aus Baccarat oder aus St. Louis. Ab etwa 1840 begannen die Muster der Pressgläser schlichter zu werden. Dies ist sowohl auf ästhetische als auch auf technische und wirtschaftliche Ursachen zurückzuführen. Zum einen hatte sich der Zeitgeschmack geändert. Zum anderen hielt die neue Technik der "Feuerpolitur" Einzug in den Herstellungsprozess. Dieses Verfahren sollte der Oberfläche der an sich stumpfen Pressgläser einen besonderen Glanz verleihen. Für die feingliedrigen Spitzendeckchen-Muster war diese Prozedur kaum, für glattere Flächen dagegen hervorragend geeignet. Ein wirtschaftlicher Faktor kam noch hinzu: Die kleinteiligen Punktdekore der Lacy-Gläser benötigten sorgfältig gearbeitete Metallformen, was diese Produkte teuer machte. Zwei Beispiele schlichter Eleganz gelangten 1847 aus Paris in das "Fabriksprodukten-Kabinett": ein Pokal mit Untersatz (Abb. 27) und ein Trinkglas (Abb. 28). Durch die Hinwendung zu einfachen Formen und zur Imitation geschliffener Gläser ging der eigenständige Charakter und die Faszination der frühen Pressgläser verloren. Gleichzeitig bedeutete die nun preiswerte Herstellung einen ersten Schritt in Richtung Massenproduktion. |
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