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Da erstaunt es nicht, dass sich lediglich vier frühe Pressglasobjekte böhmischer Herkunft in unserer Sammlung befinden. Ein eher seltenes Stück ist das farblose Pfeifenrohr (Abb. 29) aus Meistersdorf (Mistrovice) in Nordböhmen. Die restlichen drei Objekte stammen aus den Meyr'schen Glashütten im Böhmerwald, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den führenden Glaserzeugern zählten. Ein farbloser Teller (Abb. 30) zeigt das typisch französische Muster "Ranken und Sterne, Diamanten und Sableé". Auch der andere Teller (Abb. 31) hat starke französische Anklänge, ebenso der Handleuchter aus gelbgrünem gepresstem Glas (Abb. 32). Meyr nahm offenbar vorübergehend auch die Produktion von Pressglas in sein Sortiment auf, um auf die starke amerikanische und französische Konkurrenz zu reagieren. Es ist nicht zu übersehen, dass die böhmischen Produkte von den französischen stark beeinflusst sind. Eine mögliche Erklärung: Böhmen zog in den 1830er Jahren eine Reihe französischer Arbeiter an sich und profitierte auf diesem Wege von der in Frankreich praktizierten Technik. Ein für den Pressglassektor typischer Fall von Technologie-Transfer, diesmal zwischen Frankreich und Böhmen. Durchsetzen konnte sich die Pressglaserzeugung in Böhmen - trotz anfänglicher Achtungserfolge - in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts jedoch nicht. Zwei Gründe dürften dafür verantwortlich sein: Zum einen reichte die mindere Qualität der Glasmasse an die der Franzosen nicht heran. Zum anderen war die überdurchschnittliche Qualität der böhmischen Glasschleifereien den französischen weit überlegen. Beides zusammen ließ eine Konkurrenz auf dem Pressglassektor als nicht notwendig bzw. wenig sinnvoll erscheinen. |
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