Arithmometer Staffelwalzen-Rechenmaschine
Charles Xavier Thomas, Colmar, um 1880
- Bild
-
Arithmometer
Das
Arithmometer von Charles Xavier Thomas erlaubt Rechenoperationen in allen Grundrechnungsarten durchzuführen und bringt Zeitersparnis im Geschäftswesen.
Angesichts des gestiegenen Rechenaufwands bei Banken und Versicherungen wird das Rechnen neben Lesen und Schreiben Teil des bürgerlichen Bildungskanons. Zum Zweck der Zeiteinsparung konstruiert Charles Xavier Thomas, seines Zeichens Direktor zweier Pariser Versicherungsunternehmen, eine mechanische Rechenmaschine. 1820 lässt er sich diese Maschine, die auf einem Staffelwalzengetriebe basiert, patentieren. Sie beherrscht alle vier Grundrechnungsarten. Die zu verrechnenden Zahlenwerte werden durch Schieberegler eingestellt. Nachdem Thomas die Maschinen anfangs nur für seine eigenen Unternehmen herstellt, beginnt er sie alsbald auch für andere Interessenten zu produzieren. Er avanciert zum Rechenmaschinenfabrikanten. Bis 1878 werden 1.500
Arithmomètres verkauft.
Weniger erfolgreich sind der Uhrmacher Rudolf Dobesch und der Kaufmann Julius Masseur mit ihrer 1872 in Wien nach dem Vorbild des
Arithmomètre hergestellten Maschine. Auch in Glashütte, wo 1878 die
Erste Deutsche Rechenmaschinenfabrik entsteht, werden nach Ablauf des Patents von Thomas dessen
Arithmomètres nachgebaut.
Inv.Nr. 55790