• FA-123839_Der steirische Erzberg_Gemälde © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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Ausstellung
Schwerindustrie
Epoche
1920 - 1929

Der steirische Erzberg, Öl auf Leinwand, 1929

Der Erzberg im steirischen Eisenerz prägt markant die Landschaft. Das Gemälde von Richard Harlfinger (1873 - 1948) vermittelt einen sehr anschaulichen Eindruck davon.

Das farbenfrohe Werk wird dem Expressionismus zugeordnet. Es zeigt eine Kombination aus Aufbereitungsanlagen mit rauchenden Schloten, Nutzwegen und Wohnhäusern, überragt vom kegelförmigen Profil des Erzbergs in orangeroten Farbschattierungen. Unterhalb blickt aus einem grünen Hügel annähernd geisterhaft eine weiße Gestalt.

Der steirische Erzberg liegt in der österreichischen „Eisenwurzen“. Die Erzgewinnung ist seit 1171 urkundlich nachgewiesen und erfolgte anfangs „unter Tage“. Heute ist das Gebiet in den Eisenerzer Alpen als Kulturregion „Eisenstraße“ bekannt. Seinen wirtschaftlich angesehenen Rang, der im 19. Jahrhundert einen Höhepunkt erreichte, verdankt es seinen reichen Bodenschätzen. Seit 1890 wurde im stufenartigen Tagebau gearbeitet, 1986 wurde der Untertageabbau ganz eingestellt. Die wechselvolle Geschichte des Erzbergs und seiner Umgebung wird seit 1988 in einem Schaubergwerk dargestellt. Bis heute zeigt sich der Erzberg als rötlicher, pyramidenförmiger Bergkegel. „Über Tage“ wird in nur mehr wenigen Etagen stufenförmig Erz abgebaut.

Der Künstler Richard Harlfinger studierte zunächst Mathematik und Physik an der Universität Wien, dann einige Jahre an der Münchener Kunstakademie. Ab 1906 gehörte er der Wiener Secession an und war 1918/19 deren Präsident. Harlfingers Werke wurden in einigen zeitgenössisch bedeutenden Galerien und Museen präsentiert. Nach frühen Figurenbildern galt sein Interesse bald hauptsächlich Landschaftsmotiven aus dem Alpenraum. Das Technische Museum Wien zeigt sein Gemälde „Der steirische Erzberg“, mit dem sich Harlfinger in die Gruppe der Künstler einreiht, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ihren Werken kritisch mit Aspekten der Industrialisierung und ihren Auswirkungen auf Mensch und Natur auseinandersetzten.

Inv.Nr. BPA-008611
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