Grammophon Berliner Tonwiedergabegerät
Berliner Gramophone Co., Philadelphia, um 1895
- Bild
-
Grammofon
Mit dem Grammofon können die ab der Jahrhundertwende immer zahlreicher produzierten Schellackplatten abgespielt werden. Die Musikindustrie beginnt im Zeichen von Kurbel und Schalltrichter.
Um Edisons Patentrechte am Fonografen zu umgehen, experimentiert der Amerikaner Emile Berliner Ende der 1880er-Jahre mit wachsüberzogenen Zinkscheiben. Spricht man in den Schalltrichter, ritzt die Nadel in die sich drehende Wachsscheibe eine Tonspur bis auf das blanke Metall. Zur massenhaften Vervielfältigung wird die Spur tiefer geätzt, danach wird von der Matrize ein metallener Umdruck hergestellt. Von diesem kann letztlich eine große Zahl von Kopien in Zelluloid oder Schellack gepresst werden. Zur Wiedergabe dieser einseitig bespielten Schallplatten entwickelt Berliner 1898 sein federwerkgetriebenes
Gram-O-Phon. Mit diesem Gerät kann zwar nichts aufgenommen werden, doch stehen zum Abspielen bald zahlreiche Musiktitel zur Auswahl. Der Tenor Enrico Caruso etwa singt Arien auf Matrize. Ab 1904 produziert die deutsche Firma
Odeon doppelseitig bespielte Platten mit 25 und 30 Zentimeter Durchmesser, die eine Spieldauer von bis zu sechs Minuten haben. Die Ära der Musikindustrie beginnt.
Inv.Nr. 22394