Lichtbetriebener Stirling-Motor

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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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Sammlungsbereich
Energie & Bergbau
Sammlungsgruppe
Maschinenbau
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Wenn Gottesmänner Maschinen bauen: Robert Stirling erfand den Heißluftmotor, der in vielen Handwerksbetrieben eingesetzt wurde.

Der schottische Geistliche Robert Stirling hatte Mitleid mit den Verlierern der technischen Entwicklung: mit den Opfern von Kesselexplosionen und Fabrikunfällen und mit Handwerkern, die mit den niedrigeren Gestehungskosten der Fabriken nicht mithalten konnten. Er wurde jedoch weder zum Maschinenstürmer, noch vertröstete er die verarmten Proletarier mit wohlfeilen Predigten auf ein besseres Jenseits. Stirling versuchte, die realen Lebensumstände der kleinen Handwerker zu verbessern.

Er erkannte, dass das traditionelle Handwerk nur durch den Einsatz von entsprechenden Arbeitsmaschinen weiter existieren konnte. Ihnen fehlte jedoch eine passende Antriebsmaschine. Die Nachteile der Wasserräder waren bekannt, Wasserturbinen standen erst am Anfang ihrer Entwicklung und Dampfmaschinen mussten groß dimensioniert werden, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Hinzu kam der bauliche Aufwand für Kessel und Maschine. Zusammen mit der Brand- und Explosionsgefahr keine idealen Voraussetzungen für den Einsatz in den traditionellen Handwerksquartieren.

1815 erfand Stirling den Heißluftmotor. Kalte Luft wird in einem geschlossenen Raum verdichtet und erhitzt. Sie dehnt sich aus und bewegt einen Kolben. Über einen Kurbeltrieb wird diese Bewegung in eine drehende umgewandelt. Durch diese Energieabgabe kühlt sich die Luft wieder ab und der Prozess kann von Neuem beginnen. Die für die Bewegung der Kolben notwendige Wärme wird nicht im Inneren des Zylinders erzeugt, sondern von außen zugeführt. Hier besonders umweltfreundlich mithilfe eines Solarkollektors.

Heißluftmotore waren im Kleingewerbe weit verbreitet. Mit dem Aufkommen der elektrischen Maschinen verloren sie an Bedeutung. Mit der Renaissance erneuerbarer Energieformen rückten Stirling-Motore, die die Wärme von Sonnenkollektoren oder nachwachsenden Rohstoffe nützen, wieder in das Blickfeld der Öffentlichkeit.


Inv.Nr. 55828

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