Modell einer Rotary-Tiefbohranlage „Janos Bacsi“
Die Rotary-Bohranlage vom Typ IDECO-SBS Super 7-11 war von März 1961 bis April 1986 bei der OMV-AG im Einsatz. In dieser Zeit wurden 57 Bohrungen mit insgesamt 180.874 Metern abgeteuft.
Während Kohle teilweise in aufwendigen Untertage-Bergbauen abgebaut werden muss, werden Erdöl- und Erdgaslagerstätten durch Bohrungen erschlossen. Die enorme wirtschaftliche Bedeutung des Erdöls forcierte die rasche Verbesserung der Bohrtechnik, vom Schlagbohrverfahren über das lange Zeit dominante Rotary-Bohrverfahren, bis zum heute weit verbreiteten Richtbohren mit Turbinenantrieb. Durch verbesserte Bohrtechnik konnten immer tiefere Lagerstätten erbohrt werden und gleichzeitig immer genauere Vorstellungen vom Aufbau der Erdkruste gewonnen werden.
Ab Beginn des 20. Jahrhunderts setzt sich bei der Erdölbohrung das Rotary-Bohrverfahren durch. Die Arbeitsschritte – Zerstören des Gesteins, Entfernen des zertrümmerten Gesteins und Sicherung des entstandenen Hohlraums gegen Verbruch – erfolgen dabei gleichzeitig und kontinuierlich.
Der Bohrmeißel wird über den sogenannten Drehtisch und das Bohrgestänge in rotierende Bewegung gesetzt und trägt das Gestein schabend ab. Durch das hohle Bohrgestänge wird mit hohem Druck eine Spülflüssigkeit zur Bohrlochsohle gedrückt. Dadurch wird der Bohrmeißel gekühlt und das abgetragene Gestein (der Bohrschmant) mit dem Rückfluss durch den Ringraum zwischen Bohrgestänge und Gestein nach oben transportiert. Die Spülung dient gleichzeitig der Stabilisierung der Bohrlochwand.
Technische Daten
Bohrturm:
Höhe über Arbeitsbühne: 43 Meter
Maximale Hakenlast: 305 Tonnen
Hebewerk:
Dieselmotoren: 3 Caterpillar-D379
Leistung: 809 Kilowatt (1100 PS)
Spülpumpe:
Zwei doppelt wirkende Duplexpumpen
Maximaler Betriebsdruck: 24,5 Megapascal (245 Bar)
Leistung: je 515 Kilowatt (700 PS)
Inv.Nr. 57336