• FA-122492 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Chemische Produktionstechnik
Ausstellung
IN ARBEIT
Epoche
1950 - 1959

Ceroxid-Probe, 1958

Neodym, Praseodym, Lutetium, Cer: Das klingt einerseits nach althumanistischer Bildung und steht andererseits für eine Gruppe sehr begehrter Bodenschätze: die „seltenen Erden“.

Diese Gruppe von Metallen wurde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts allmählich entdeckt. Ein Pionier ihrer frühen Erforschung und Benennung war der österreichische Chemiker Karl Auer von Welsbach (1858-1929). Er nutzte seine Erkenntnisse zur industriellen Verwertung. So ließ er neuartige Leuchtkörper patentieren, das sogenannte „Auer-Licht“. Die aus Baumwolle gestrickten Glühkörper wurden in eine Flüssigkeit aus Thorium- und Cernitrat getaucht. Um solche Lampen selbst zu erzeugen, erwarb Auer eine chemisch-pharmazeutische Fabrik in Atzgersdorf bei Wien, wo er seltenerdhaltige Mineralien, wie etwa Monazitsand aus Brasilien, aufarbeiten ließ. Dieser schwere Sand hatte zuvor auf vielen Schiffen als Ballast für die Atlantiküberquerung gedient, ehe seine technischen Möglichkeiten erkannt wurden. Insgesamt wurden rund fünf Milliarden Auer-Glühkörper hergestellt. Der Industrielle entwickelte auch das Cereisen zur Zündung von Feuerzeugen. Zur Herstellung dieses „Auermetalls“ gründete er die Chemischen Werke in Treibach (Kärnten). Das hier gezeigte Objekt stammt aus Treibach und enthält zu 92 Prozent reines Neodym. Es gelangte 1958 an das Technische Museum Wien.

Heute wird das Neodym fast ausschließlich in China abgebaut. Es dient in Legierungen zur Herstellung stärkster Magnete, unter anderem für Kernspin-Tomografen, für Elektroantriebe sowie für Laser. Das silberweiße Praseodym bildet mit Magnesium eine Legierung für den Bau von Flugzeugmotoren. Ferner bildet es mit Kobalt und Eisen starke Magnete und dient auch zur Färbung von Glas und Email. Ceroxid findet zum Beispiel Verwendung in Katalysatoren von Kraftfahrzeugen sowie als Schleif- und Poliermittel. 
 
Hersteller: Chemische Werke Treibach (Kärnten)

Entstehungszeit: 1958

Inv.Nr. 16843/27
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