Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Nahrungs- und Genussmittel
Epoche
1910 - 1919
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Erzeugnisse der Kartoffeltrocknung

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Kartoffeln enthalten viel Wasser. Oft verfaulen sie, ehe sie verwertet werden können. Im Krieg gewinnt daher ihre Konservierung durch rationelle Trockenverfahren erhebliche Bedeutung. Vielfach ersetzen sie auch andere Nahrungsmittel.

Kartoffeln finden vielfältige Verwendung. Sie ernähren Nutztiere und Menschen und liefern die Grundlage für Stärkeprodukte zur Wäschepflege, für Schnaps und Spiritus. Unter den Bedingungen des Krieges werden sie großteils der Schweinemast entzogen und vermehrt für die menschliche Ernährung verwendet. Gemeinsam mit anderen Ersatzmitteln findet nun Kartoffelmehl seinen Weg ins „Kriegsbrot“. Ohne Konservierung verderben jedoch viele Kartoffeln oder verlieren ihren Nährwert. Daher wird die Trocknung großer Mengen angestrebt. 1916 richtet die Gemeinde Wien zu diesem Zweck im ehemaligen Trinkwasser-Schöpfwerk Breitensee eine große Anlage ein. Dennoch werden diese Hackfrüchte schließlich rationiert: Im Oktober 1917 wird eine Kartoffelkarte für die Bevölkerung eingeführt. Im Februar 1918 werden pro Person wöchentlich noch 1,5 Kilogramm abgegeben, bis Juni sinkt die Menge auf ein halbes Kilo.

Um die Jahresmitte 1918 geht im Wiener Prater eine Ausstellung über Ersatzstoffe über die Bühne. Dort präsentiert unter anderem der Kriegswirtschaftsverband der Kartoffeltrocknungsindustrie geschnittene und zerriebene Proben, dazu weitere Informationen über diese Branche. Nach Ende der Schau gelangen die Exponate sowie das Modell einer Kartoffelflockenfabrik ins Technische Museum.


Inv.Nr. 94317
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