Furnierkreissäge, 1816

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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Holzbearbeitung
Epoche
1800 - 1849
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.
Fast sechs Meter lang und über drei Meter hoch: ein Behemoth der Holzbearbeitung und ein wichtiges Sachzeugnis für den hohen Stand des Wiener Möbelbaus in der Biedermeierzeit.

Seit dem 18. Jahrhundert importierten europäische Staaten zunehmend Nutzhölzer aus den Kolonien bzw. aus Übersee. Gewächse wie Blau-, Gelb- oder Rotholz dienten zur Gewinnung von Farben, andere Holzsorten fanden Verwendung im Bau von Möbeln. Sie wurden überwiegend von kaufkräftige Adeligen, Bürgern und Klerikern in den größeren Städten erworben. Anfangs wurden die Hölzer zu Brettern geschnitten, wobei der Abfall an Sägespänen ein Viertel bis die Hälfte des Volumens betrug. Daher wurden Techniken zum Hobeln der Materialien entwickelt. Der renommierte Ingenieur Marc Isambard Brunel beschrieb 1806 in London eine solche Vorrichtung.

Auch in Wien lebte eine größere Zahl zahlungskräftiger Kunden, die ihre Haushalte gerne mit Erzeugnissen aus Importhölzern ausstatteten. Hier befassten sich die Brüder Alois und Martin Munding mit deren Bearbeitung. Sie betrieben am Rennwegkanal ein Schneid- und Stampfwerk zur Zerkleinerung von Farbhölzern sowie von Krapprot und Eichenknoppern für die Gerberei. Angeblich setzte Alois Munding bereits um 1800 eine Furnierschneidmaschine in Gang, die von zwei Arbeitern mittels Tretantrieb bedient wurde. 1817 erhielten die Brüder Munding ein Privileg (Patent) auf die Erfindung einer Kreissäge zum holzsparenden Schneiden dünner Furniere.

Der den Brüdern Munding gewährte Rechtsschutz bezog sich offenbar auf diese Säge des Technischen Museums Wien ausgestellte Furnierkreissäge. Sie blieb 58 Jahre lang, also bis um 1874, in Betrieb. Die Bedeutung des Objekts wurde früh erkannt. Nach der Gründung eines „k. k. Museums der Geschichte der österreichischen Arbeit“ 1889 gelangte es mit anderen prominenten Zeugnissen der Technikgeschichte in dessen Besitz.


Hersteller: Alois und Martin Munding

Entstehungszeit: 1816

Inv.Nr. 8777

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