• FA-123675 Quelle: Technisches Museum Wien
Sammlungsbereich
Die Quellenvielfalt des Archivs
Sammlungsgruppe
Schriftliche Quellen
Epoche
1800 - 1849
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Kaiserliches Privileg an Salomon Freiherr von Rothschild für die Kaiser Ferdinands Nordbahn

Eine Eisenbahn bauen? Ohne Zustimmung des Kaisers konnte im 19. Jahrhundert niemand eine solche Unternehmung starten.

Der Bankier Salomon Rothschild erhielt am 04.03.1836 von Kaiser Ferdinand die Berechtigung, eine Bahnlinie von Wien nach Norden zu bauen. Eine aufwendig gestaltete Urkunde aus den Sammlungen des Technischen Museums Wien dokumentiert diese Berechtigung. Die Textblätter sind aus Pergament mit Goldausmalungen und Zierumrandungen. Die Mappe selbst ist aus Samt und ebenfalls mit Gold geprägt. Das Wachssiegel des Kaisers ist an einer Goldkordel in einer feuervergoldeten Messingkassette mit graviertem Reichsadler.

Mit der Bahnlinie nach Norden wollten Rothschild und seine Teilhaber die Kohlenbergwerke von Böhmen und Mähren erschließen. Die Bahnlinie war umstritten. Es gab Konkurrenten, die ebenfalls in das lukrative Geschäft mit der Eisenbahn einsteigen wollten. Um den Kaiser günstig zu stimmen, versprach Rothschild, die Bahnlinie nach dem Kaiser zu benennen: Kaiser Ferdinands Nordbahn.

12.000 Arbeiter bauten das erste Teilstück von Wien nach Lundenburg. Carl von Ghega leitete das Bauprojekt. Die Lokomotiven bestellten Rothschild und sein Konsortium aus England. Sie wurden in Teilen in den Hafen von Triest eingeschifft, dann nach Wien gebracht und dort zusammengebaut. Englische Techniker und Lokomotivführer schulten das österreichische Personal.

Am 19.11.1837 fand die Eröffnungsfahrt nach Deutsch-Wagram statt. Die Lokomotive „Austria“ zog acht Wagen mit 164 Ehrengästen – die erste Eisenbahn in Österreich!


Inv.Nr. EA-000066
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