Modell einer Glasschleiferei, frühes 20. Jh.

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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Glas und Keramik
Ausstellung
IN ARBEIT
Epoche
1900 - 1909
Alle Schleifscheiben stehen still, wenn die Transmission es will! Dieses Motto galt vor der Erfindung des elektrischen Einzelantriebs, als „Maschinenparks“ noch zentral über Riemen angetrieben wurden.

Jede Maschine braucht einen Antrieb, etwa ein Wasser- oder Windrad, eine Turbine, eine Dampfmaschine oder einen Elektromotor. Durch ein System von Antriebswellen und Lederriemen lässt sich von einer zentralen Kraftquelle aus eine beliebige Anzahl Maschinen gleichzeitig an- und damit betreiben. Die Bezeichnung „Transmission“ für eine solche Anlage leitet sich vom lateinischen „transmittere“ (= hinüberschicken, übersenden, übersetzen) ab. Eine zentral erzeugte Kraft wird dadurch auf eine Anzahl dezentraler Maschinen übertragen. Einzelantriebe in Form von Elektromotoren setzten sich erst im Laufe des 20. Jahrhunderts durch.

In dem hier gezeigten Modell des Technischen Museums Wien wird eine ganze Reihe von Schleifscheiben mittels Transmission betrieben. Glasschleifen (auch Kugeln genannt) ist ein mechanisch „ab“tragendes Verfahren zur Glasveredelung. Im Unterschied zur freieren Gestaltung beim Gravieren sind Schliffmuster meist geometrisch. Die Arbeitsschritte umfassen in der Regel das Anzeichnen sowie das Anreißen des Musters, das Schleifen und das Polieren. Dazu sind Schleifscheiben aus unterschiedlichen Materialien, wie Eisen, Stein oder Holz, im Einsatz.

Will man das Schleifen von Gläsern hautnah miterleben, so ist ein Besuch in der tschechischen Glashütte „Sklárna Novosad & Syn, Nový Svět, Harrachov“ lohnenswert. Auf dem ehemaligen Werksgelände der seit 1712 urkundlich belegten Glashütte der Grafen Harrach wird heute noch Glas produziert und in einer historischen, transmissionsbetriebenen Glasschleiferei aus dem Jahr 1895 veredelt. Viele der in langen Reihen angeordneten Arbeitsplätze in der großen Werkhalle sind heute jedoch verwaist. Hier kann man dem Glasschleifer bei der Arbeit zuschauen, wenn er den Gläsern den letzten Schliff gibt. 

Hersteller: unbekannt
Entstehungszeit: frühes 20. Jh.


Inv.Nr. 11695

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