• FA-116502 © Technisches Museum Wien
Sammlungsbereich
Die Quellenvielfalt des Archivs
Sammlungsgruppe
Werbeschriften und Plakate
Epoche
1930 - 1939
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Plakat des Elektropathologischen Museums, um 1930

Dieses Plakat aus Frankreich ist Teil einer umfangreichen Sammlung von 113 Plakaten aus 20 Ländern in 15 verschiedenen Sprachen. Die Plakate sollen vor dem unsachgemäßen Umgang mit Strom warnen.

Die Sammlung des Elektropathologischen Museums geht auf die Initiative des Wiener Arztes Stefan Jellinek (1871 - 1968) zurück. Seit 1898 sammelte er Berichte über Blitzeinschläge und Objekte, die durch Blitzeinschlag und Elektrounfälle beschädigt wurden. Dabei untersuchte er auch Menschen, die vom Blitz getroffen wurden oder durch Stromeinwirkung zu Schaden kamen. Seine Theorie vom elektrischen Scheintod rettete vielen Menschen das Leben, weil sie rechtzeitig wiederbelebt werden konnten. Stefan Jellinek galt bald als Spezialist und bekam 1929 eine eigene Lehrkanzel für Elektropathologie.

Die Elektropathologie erlebte im Dienste des Arbeiterschutzes und der Unfallverhütung große Anerkennung im Roten Wien. 1936 wurde die Sammlung von Stefan Jellinek als „Elektropathologisches Museum“ im Allgemeinen Krankenhaus eröffnet. Es gelang ihm, die Menschen ohne viele Worte und schriftliche Erklärungen für die Gefahr zu sensibilisieren und vor Sorglosigkeit und Unachtsamkeit zu bewahren.

Da er nach den Nürnberger Rassegesetzen als Jude galt, verlor Stefan Jellinek 1938 sein Museum und seine universitäre Stellung. 1939 musste er nach Oxford/England emigrieren. 1945 erhielt er seine Sammlung ohne Restitutionsverfahren zurück. Er selbst blieb in England, hielt aber als Gastprofessor und Forscher guten Kontakt zur Universität Wien. Er betreute auch weiterhin seine Sammlung, die später in den 15. und schließlich in den 16. Wiener Gemeindebezirk übersiedelte.

Nach dem Tod von Stefan Jellinek ging die Sammlung an die AUVA. Das Technische Museum Wien erhielt sie 2005 als Geschenk. Neben der Internationalen Plakatsammlung enthält die Sammlung noch zahlreiche Zeichnungen, Grafiken, Gemälde, Schautafeln und Schriftgut.


Inv.Nr. BPA-013145
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