• FA-108295 Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Energie & Bergbau
Sammlungsgruppe
Maschinenbau
Ausstellung
Energie
Epoche
1800 - 1849

Watt’sche Dampfmaschine

Die Mutter aller Maschinen: Die älteste erhaltene Dampfmaschine in Österreich war ab 1826 in der Kattunfabrik in Atzgersdorf bei Wien aufgestellt.

Sie diente als Antrieb für die Walzendruckmaschine, die Walke und andere Maschinen.
Das damalige„Energiemanagement“ war findig: Der Abdampf der Maschine wurde über Röhren in die Trockenstube geleitet und erwärmte diese auf ca. 45° C. Ihr Ausgedinge fand sie als Motor der Knochenmühle in der Leimfabrik von Alfred Pollack.

Der Fabrikbesitzer erkannte den Wert der Maschine und spendete dieses Objekt dem Museum österreichischer Arbeit, einem Vorläufer des Technischen Museums Wien. In beiden Häusern galt es (trotz einer hölzernen und völlig unproportionalen Schwungradattrappe) als Leitobjekt zur Darstellung der Entwicklung der Dampfmaschine. 1998 wurde die Maschine nach einer vollständigen Restaurierung im British Engineerium in Brighton/England wieder im Technischen Museum aufgestellt.

Johann Fichtner, der Konstrukteur der Maschine, hielt sich eng an das Watt’sche Vorbild. Kennzeichen sind das gegossene Balancier und das Parallelogramm zur Geradführung der Kolbenstange. Auffallend ist die kannelierte Säule, die antiken Vorbildern nachempfunden ist. Die sorgfältige und harmonische Gestaltung der frühen Dampfmaschinen unterstreicht einerseits die Besonderheit und Wertschätzung dieser Maschine, andererseits zeugen sie vom Können der Metallgießer. Dies stieß beim Guss großer Werkstücke an seine Grenzen. Ein Schwungrad dieser Dimension (2. 800 mm) wäre beim Abkühlen sicherlich gerissen. Beim Nachguss des Schwungrades 1997 hielt man sich an die damaligen Vorbilder und fertigte es in sechs Segmenten an.


Inv.Nr. 641
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