Zimentiertisch

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 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Technische Grundlagen
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.
Jede Stadt, jedes Bundesland hat eigene Maße? Das ist heute unvorstellbar. Die Vereinheitlichung des Maßsystems ist aber kaum 150 Jahre alt.

Solche Maßnormale wie der Zimentiertisch aus den Sammlungen des Technischen Museums Wien dienten zur lokalen Festlegung der Größen. Mit „zimentieren“ meint man eichen, der Zimentiertisch ist also ein Eichtisch. Darauf befinden sich verschiedene Hohlmaße, ein großes Längenmaß („Wiener Klafter“ und Elle) und verschiedene Gewichte. Ein Ziment entsprach 0,3538 Litern, ein Maß, das noch heute als „Seidel“ in Gaststätten in Gebrauch ist.

Der Zimentiertisch stammt aus der Zeit Maria Theresias. Trotz der prunkvollen Ausführung ist er ein Gebrauchsmöbel. Am Oberteil verrät uns ein Zettel: „Francisci et M.Theresiae Augustorum Providentia et Authoritate Restituta Mensura Viennensis Anno 1756 ./. in Tyrolim vero Introductae Anno 1756 et 1770“. Die Maßfestlegung wurde also im Jahr 1756 in Wien, und in den Jahren 1756 und 1770 in Tirol eingeführt.

Maria Theresia erließ am 14.07.1756 das Maßpatent, das ein einheitliches Maßsystem für alle Erbländer verfügte. Als gesetzlich festgelegte Maße galten die durch die neuen Originalien verkörperten Wiener Maße, die Handel und Verkehr verwenden mussten. Die Eichung erfolgte durch das k. k. Handgrafenamt in Wien, das auch für die „Consumtionsaccise“, eine Art Konsumsteuer, zuständig war.

In Verwendung: k. k. Eichinspektorat für Tirol und Vorarlberg
Entstehungszeit: um 1770




Inv.Nr. 19899/1

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