Bibliothek von Leopold Singer

Präsentation am 4. Oktober 2017

Leopold Singer war einer der hervorragendsten europäischen Fachleute für Erdölwissenschaften. 1869 in Wien geboren, studierte er Technische Chemie in Wien und Zürich. Anschließend arbeitete er in leitender Funktion in den Raffinerien Orșova (Rumänien), Pardubice (Böhmen) und Monheim (Deutschland). Nach seiner Rückkehr nach Wien 1918 war er als Berater für die Erdölindustrie tätig und veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze. Er war Hauptmitarbeiter des mehrbändigen Standardwerkes von Engler-Höfer „Das Erdöl“ und hielt eine große Zahl von Patenten im Bereich der Destillisationstechnik. Seine umfangreiche Fachbibliothek spiegelt nicht nur seine weitgefächerten Interessen wider, sondern auch das Wissen seiner Zeit über das Erdöl.

Die Bibliothek von Leopold Singer wurde nach seiner Flucht nach London im Jahr 1938 von der Gestapo beschlagnahmt. 1942 bot die VUGESTA, die „Verwertungsstelle für jüdisches Umzugsgut der Gestapo“ seine Bibliothek zum Kauf an. Die damalige Hochschule für Welthandel erwarb die Bibliothek. Im Zuge der Provenienzforschung an der heutigen WU Wien wurde die Bibliothek 2015 an die Erben von Leopold Singer restituiert. Die Familie Singer überließ 2016 die Bücher der Bibliothek des Technischen Museums Wien.

Bilder von der Übergabe am 4. Oktober 2017: APA-Fotoservice

Begrüßung
  • Dr. Gabriele Zuna-Kratky, Generaldirektorin TMW
  • Mag. Hannah M. Lessing, Generalsekretärin Österr. Nationalfonds
  • Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Stefan Pichler, WU Wien
Restitution eines Buches aus der Bibliothek der WU an die Familie von Martin Singer (Australien)
Statement der Familie Singer
Einführung: Ausstellung „Erdöl“, Mag. Bernhard Schmidt
Präsentation der Fachbibliothek
Moderation: Dr. Christian Klösch
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