• Warenkunde 2 Schaukasten mit Seidenkokons, 1889, © Technisches Museum Wien
  • Warenkunde 1 Musterkoffer mit einer Kollektion zur Deckenfabrikation, um 1900, © Technisches Museum Wien

Die Wiener Warenkundesammlung – Herkunft und Bedeutung

Die Disziplin der Warenkunde entstand im deutschsprachigen Raum um 1800. Sie zielte auf die Bedürfnisse des Handels und die Begründung einer wissenschaftlichen Warenkunde ab.

Ziel der Warenkunde war der Auf- und Ausbau von Wissen um die Eigenschaften von Rohstoffen, Halb- und Fertigprodukten. Mit über 20.000 Objekten zählt die Warenkundesammlung zu den größten Teilsammlungen des Technischen Museums Wien. Ihre systematische Dokumentation betreffend Alter, Zustand, technische, kommerzielle und inhaltliche Bedeutung der Objekte und den Zusammenhang mit anderen Beständen stellt eine anspruchsvolle Aufgabe dar.

Die ältesten Objekte der Sammlung gehen auf die Wiener Weltausstellung von 1873 zurück. In den folgenden Jahrzehnten entstanden mehrere Kollektionen warenkundlichen Inhalts. Einige gelangten über verschiedene Wege in die Sammlung der Wiener Hochschule für Welthandel, der späteren Wirtschaftsuniversität. Dort wurden sie zu Anschauungs- und Forschungszwecken benutzt. Anfang der 1970er-Jahre wurde der Großteil dieser Objekte aus Platzmangel in das Schloss Aspang am Wechsel ausgelagert und 1985 vom Technischen Museum übernommen. Anfang 2010 übersiedelte ein Restbestand vom „Institut für Technologie und nachhaltiges Produktmanagement“ der WU Wien an das Museum, darunter auch eine größere Zahl von Dias.

Die Sammlung ist möglicherweise die größte erhaltene Kollektion dieser Art in Europa. Eine ganze Reihe von Werkstoffen ist vertreten, darunter Metall, Holz, Textilien, Papier, Glas und Keramik, Wachse, Harze, Kunststoffe, Nahrungs- und Genussmittel sowie weitere organische Substanzen. Informationen vor allem zum Zeitraum der Erzeugung bzw. des Erwerbs sind sehr lückenhaft vorhanden, sie werden durch die Erschließung von Archivalien und Literatur laufend erweitert. Diese Recherchen bilden die Voraussetzung dafür, dass die Bedeutung der Sammlung für die materielle Kultur ihrer Zeit erschlossen und für Ausstellungen sowie für die Forschung nutzbar gemacht werden kann. 
 

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