Modell Erzberg
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Vom „Steirischen Brotlaib“ zum „Rodeo Drive“? Wird der Erzberg auch in Zukunft noch dem Broterwerb von Bergleuten dienen oder wird er zum Industriedenkmal mit Musik- und Motocross Events?
In der Erzberg-Sage bietet der gefangengenommene Wassermann für seine Freilassung drei Gegenleistungen: Gold für kurze Zeit, Silber für etwas längere Zeit oder Eisen für ewig. Die Bewohner von Eisenerz entschieden sich für „Eisen auf immerdar“. Leider vergaßen sie, den Eisengehalt des Erzes fest zu legen.
Heute ist es für die VÖEST (Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke) billiger, Eisenerz aus Liberia, Brasilien oder anderen Weltgegenden heranzuschaffen. Der „Steirische Brotlaib“, wie der Erzberg auch genannt wird, kann seine Arbeiter nur mehr schlecht ernähren. In den 1960er-Jahren waren noch über 4.000 Personen am Erzberg tätig, derzeit sind es nur mehr 140. Die Abnahmeverträge laufen noch bis 2020, aber die weitere Zukunft ist unsicher. Hoffen wir, dass dem Erzberg eine Zukunft als reines Industriedenkmal mit dem einen oder anderen Event, wie Rock-Konzert oder Motocross Rodeo, erspart bleiben möge.
Die 1881 gegründete Österreichisch-Alpine Montangesellschaft widmete dem Technischen Museum Wien zu dessen Eröffnung dieses große, naturalistische und detailgetreue Gipsmodell. Es zeigt den Berg mit seinen 60 Etagen von je zwölf Metern Höhe und allen Fördersystemen sowie Aufbereitungs- und Röstanlagen im Krumpental. Zu sehen sind weiters die Zahnradbahn Eisenerz-Vordernberg mit dem 1831 - 1838 errichteten Platten-Tunnel und die Bahnstation Erzberg sowie die großen Barackensiedlungen Wismath und Barbara für die Knappen am Berg.
Der dargestellte Ausschnitt reicht vom Präbichl im Süden bis nach Eisenerz mit der Oswaldikirche und den Ortsteilen Trofeng und Krumpental im Norden. Vielleicht eine Anregung für Ihren nächsten Ausflug?
Hersteller Peter Koch, Köln
Baujahr: 1914
Modell 1:1.000
Inv.Nr. 9705