Die beiden Forscherinnen Stefanie Wuschitz und Patrícia J. Reis, Akademie der bildenden Künste in Wien, interagieren im „Salon of Open Secrets“ mit Besucher_innen und Nutzer_innen des techLAB im Technischen Museum Wien.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Hardware in unseren smarten Geräten nicht nur Kunststoff, sondern auch Konflikt-Materialien wie Wolfram, Zinn, Tantulum und Gold enthält. Technologie ist also nicht neutral. All diese Rohstoffe werden in Konfliktregionen abgebaut, danach unter gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen zu elektrischen Schaltkreisen zusammengesetzt und letztendlich meist rasch auf kontaminierten Mülldeponien entsorgt. Diese Kontaminierung ist Ausdruck von den noch heute fortbestehenden kolonialen Beziehungen zu Boden.

Kunstbasierte Forschungsmethoden greifen auf künstlerische Praxis zurück, um sich komplexen Zusammenhängen annähern zu können. Indem die ForscherInnen ihr künstlerisches Forschungsprojekt für alle öffnen, wollen sie dieses Phänomen greifbar machen. Die Überschneidung von Kunst und Wissenschaft kann helfen, neue Wege zu finden.

Das Citizen Science Projekt behandelt heikle Themen mit Hilfe eines bunten 2D-Spiels, in dem Spieler_innen alternative Technologien entdecken. Besucher_innen des Technischen Museums Wien navigieren durch virtuelle Landschaften, in denen sie bestimmten Charakteren als Avataren begegnen. Diese Avatare repräsentieren Menschen aus der ganzen Welt, die an dem Hauptforschungsprojekt mitarbeiten. Durch diese Form des interaktiven Geschichten-Erzählens werden junge Menschen eingeladen, selbst zu Erfinder_innen von grüner und fairer Hardware zu werden, sich untereinander zu vernetzen und ihre Ideen in der nächsten Phase des Projekts in konkrete Prototypen umzusetzen.

Mit dem Begriff Ethische Hardware wollen die Forscherinnen Technologien beschreiben, die der Umwelt nicht schaden, sondern regenerative Praktiken zum Wohle der Natur und der Menschen anwenden. Es gibt starke soziale Bewegungen unter Jugendlichen, weiblichen* und nicht-binären Kreativen, die ähnliche Werte teilen (Extinction Rebellion, Fridays For Future). Das Projekt befasst sich auch kritisch mit fehlender Kommunikation zwischen Wissenschaft und Jugendbewegung.

Das Projekt wird vom FWF – Austrian Science Fund im Rahmen der Top Citizen Science-Förderschiene (01.11.2022–30.09.2023) gefördert. Das Technische Museum Wien ist nationaler Forschungspartner.

Kontakt




Weitere Ressourcen

Feminist Hacking
Mz*Baltazar’s Lab


Workshop
14.11.2023, 14:00–17:20 Uhr
Es gibt keinen Planeten B, deswegen überlegen wir in diesem Workshop, wie aus Elektronik statt gefährlichem Schrott nachhaltige, hilfreiche neue Erfindungen werden könnten. Du bist dabei selbst Forscherin oder Forscher! Gemeinsam malen wir uns aus, wie fair und nachhaltig hergestellte Technologien aussehen könnten. Vielleicht bestehen sie ganz aus Pflanzen. Oder Wachs? Eierschalen? Du erfindest mit uns aus selbst gebauten Lautsprechern und Sensoren interaktive Schaltkreise, die weder Umwelt noch Menschen schädigen können. Mit selbst gemachten elektronischen Bauteilen, z. B. aus Ton, Magneten, Eisenstaub und recycelten Materialien, die wir in der Gegend gefunden haben, bringst du Dinge zum Schwingen oder Surren. Wird diese ethische Hardware denn auch funktionieren? Deine Vorschläge werden wir ernst nehmen und mit dir und internationalen Expert_innen diskutieren, vielleicht einige Ideen tatsächlich weiterentwickeln.



Zur Anmeldung


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Gruppengröße: max. 15
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Veranstaltungsort: techLAB
(Technisches Museum Wien, Ebene 3)

 

FÖRDERER