Langfristiges Ziel des Technischen Museums Wien ist, sämtliche außereuropäische Objekte mit kolonialen Erwerbskontexten in den Sammlungen und im Museumsarchiv zu identifizieren und zu vermitteln. 
Im Rahmen einer vom BMKOES geförderten Projektreihe widmet sich das Technische Museum Wien – gemeinsam mit dem Weltmuseum, dem NHM und dem MAK – der Erforschung seiner Sammlungs- und Archivbestände mit kolonialem Erwerbskontext. 

Das Forschungsprojekt des Technischen Museums Wien widmete sich 2020/21 der Beforschung von Rohstoffen aus kolonialem Kontext – am Beispiel Kautschuk, Kaffee und Kakao. Rohstoffe sind wichtige Dokumente für die europäische Wirtschafts-, Handels- und Wissensgeschichte, ermöglichen Rück­schlüsse auf potenzielle Ausbeutungsverhältnisse und stehen exemplarisch für Objekte aus kolonialem Kontext in europäischen Technikmuseen. 

Die Forschungsschwerpunkte 2022/23 betreffen historische Infrastruktur- und Verkehrsprojekte, die im Archiv und der Bibliothek des Hauses dokumentiert sind – zum Beispiel der Bau der Otavibahn in Namibia und der Bau des Suez-Kanals. Nicht nur die Ausbeutung, Versklavung und die Widerstände der ansässigen Bevölkerung werden dabei unter die Lupe genommen, sondern auch die bisher weitgehend unbeachtete Wechselwirkung zwischen Kolonialismus und Ökologie. 

Zentral für das Projekt sind auch die Erarbeitung eines rassismuskritischen Vokabulars für Museen, die kritische Auseinandersetzung mit Bild- und Zeigepolitiken in antirassistischen Ausstellungen sowie der kollegiale Austausch und die fachliche Vernetzung im Rahmen der Decolonial Summer School am Technischen Museum Wien. 


Kontakt


Martina Griesser-Stermscheg​

 
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