Technik – Körperbilder – Selbstermächtigung


Der Blick auf und in den Körper war immer schon beeinflusst von den technischen Möglichkeiten der Gesellschaft. Aber wie entstehen unsere Vorstellungen von Körper, Schönheit und Identität genau? Wer bestimmt, welche Körper „normal“, „richtig“ und „schön“ sind? Und welche Rolle spielen Technologien dabei?
Im Mittelpunkt des Vermittlungsprojekts „Bodies in Making“ steht die Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen technologischen Entwicklungen – vom Spiegel über die Prothese bis hin zur generativen KI – und ihren wechselseitigen Einflüssen auf unsere Vorstellung von Körpernormen.

Die Teilnehmenden werden durch historische und gesellschaftliche Einordnung, technische Aufklärung und mittels kreativer Praxis dabei unterstützt, Medieninhalte kritisch zu hinterfragen und bewusster mit ihnen umzugehen. Gleichzeitig eröffnet das Projekt Räume für eigenen Ausdruck, Austausch und neue Perspektiven auf Vielfalt, Körperlichkeit und Identität.

Das Projekt erkundet Zusammenhänge von Körperbildern anhand von Themen aus der Ausstellung „Alltag – eine Gebrauchsanweisung“. Diese umfassen unter anderem Vermessungstechnologien, Schönheit, Smart Technologies, Prothetik und dem Blick in den Körper.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Auseinandersetzung mit Körperbildern in gegenwärtigen Technologien wie Künstlicher Intelligenz und Sozialen Medien. Wie prägen diese digitalen Werkzeuge die Wahrnehmung von uns selbst und anderen? Die Teilnehmenden lernen Funktionsweisen, Möglichkeiten und Herausforderungen kennen und entwickeln dabei wichtige technische und mediale Kompetenzen. So werden sowohl das digitale als auch das analoge Selbstbewusstsein gestärkt.

Mit dem vom BMFWF geförderten Projekt schafft das TMW neue Vermittlungsformate, in denen junge Menschen – insbesondere Mädchen* und Frauen* – sich mit Körperbildern und ihrer medialen Repräsentation auseinandersetzen. Gleichzeitig wird dabei ihre Technologie- und Medienkompetenz sowie ihr kritisches Selbstbewusstsein gestärkt.  Darüberhinaus soll ein breiterer gesellschaftlicher Diskurs über realistische, vielfältige und selbstbestimmte Körper- und Selbstbilder angeregt werden. Das Projekt umfasst drei Maßnahmenpakete: Die beiden Workshopformate „Ganz schön genormt? Körperbilder, Daten und Technik“ und „My Body, my Image“, sowie ein daraus entwickelter „Bodies in Making-Toolkit“:

Workshop für Schulklassen ab der 8. Schulstufe

Was haben Körper mit Technik zu tun? Was gilt eigentlich als „schön“ und weshalb ist das so? Wie und warum verändern Menschen ihre Körper und welche Technologien kommen da ins Spiel?

Im zweistündigen Workshop beschäftigen wir uns mit Körpernormen, Schönheitsidealen und ihrem historischen Geworden-Sein anhand von Objekten aus der Dauerausstellung im TMW. Dabei widmen wir uns der Praxis des Körpervermessens in Vergangenheit und Gegenwart, der plastischen Chirurgie mit ihren unterschiedlichen Anwendungsgebieten sowie der Prothetik und Medizintechnik. Zum Abschluss stellen wir die Frage: Was hilft uns dabei, mit dem Druck auf unser Körperbild umzugehen?

 

Workshop für FLINTA*-Personen ab 14 Jahren

Normal, richtig, schön – auf welche Körper trifft das zu? Und was haben KI und die digitale Welt mit diesen Körperbildern zu tun?

In diesem dreistündigen Workshop für junge Frauen* ab 14 Jahren beleuchten wir anhand von selbst entwickelten Wrestling-Charakteren Schönheits- und Körpernormen in digitalen Medien und entwickeln dabei grundlegende Skills im Umgang mit KI und LLMs (Large Language Models wie ChatGPT, Copilot u. a.). Zum Abschluss stellen wir die Frage: Was hilft uns dabei, mit dem Druck auf unser Körperbild umzugehen?
Nach dem Motto „train the trainer“ entwickelt das Projektteam auf Basis von Vermittlungserfahrungen aus dem TMW Unterrichts- und Übungsmaterialien, die von pädagogischem Fachpersonal wie Lehrer:innen, Mädchen- und Frauenberater:innen, Sozialarbeiter:innen oder Freizeitpädagog:innen für den eigenen Einsatz genutzt werden können.

Der „Bodies in Making-Toolkit“ steht ab Herbst 2026 zur Verfügung und enthält Hintergrundinfos, Übungen, Spiele und Vermittlungsaktivitäten zum Thema. Als zusätzliches Angebot können interessierte Personen an Einschulungsveranstaltungen zum Toolkit online und vor Ort im TMW teilnehmen.

Kontakt

Theresa Unger-Gülcher

+43 1 89998 3545


Mitmachen

Bei Interesse an der Teilnahme an kostenfreien Workshops im Rahmen der Evaluation kontaktieren Sie bitte: .
  • „Ganz schön genormt“ - Workshop für Schulklassen (m/w/d) ab der 8. Schulstufe
    Termine: Oktober–November 2026
  • „My Body, my Image“-Workshop für FLINTA*-Personen ab 14 Jahren
    Termine: Juni-Oktober 2026
  • „Bodies in Making-Toolkit“-Workshop für pädagogische Fachkräfte
    Termine: September–November 2026


Projektteam

Hannah Dittmer
Manu Engel
Sarah Franzl
Michaela Frauwallner
Lilian Kaufmann
Rosalie Lorenz
Lena Mehner
Scharmien Zandi
FÖRDERER

EINDRÜCKE AUS DEM WORKSHOP

Teilnehmer setzen Post-It-Notizen auf Plakate mit Fragen zum Thema Körperbild und Stressbewältigung.:
Gruppe von Schülern und einer Wissensvermittlerin, die sich in einem Kreis auf dem Boden versammelt haben und über Körperbilder sprechen.:
Drei Jugendliche im Workshop von Bodies in Making:
 
Teilnehmer setzen Post-It-Notizen auf Plakate mit Fragen zum Thema Körperbild und Stressbewältigung.:
Eine Gruppe von Schülern untersucht einen Körper beim Anatomage-Tisch im Technischen Museum Wien. :
Auf dem Boden liegen bunte Karten mit Beschriftungen wie „Orthese“, „Arbeits Hand“ und „Sonntags Hand“. :