Briefe aus dem Postamt der ukrainischen Stadt Kamenez Podolski 1941/42, in der Ausstellung "Inventarnummer 1938"

Inventarnummer 1938

Provenienzforschung am Technischen Museum Wien

Autos, Radios und Durchlauferhitzer. Der Raubzug der Nazis machte auch vor Alltagsgegenständen nicht halt. Seit 1998 sucht das Technische Museum Wien nach NS-Raubgut in seiner Sammlung und nach den rechtmäßigen Eigentümer_innen.
dauerhaft
Die öffentliche Diskussion um Provenienzforschung wird beherrscht von der Frage der Rückgabe von wertvollen Kunstgegenständen wie Gemälden und Zeichnungen. Dabei wird meist übersehen, dass die Nazis hauptsächlich Objekte des alltäglichen Lebens, wie Radio- und Fotoapparate, Möbel, Fahrräder, Musikinstrumente, Wäsche, Autos oder Motorräder von „rassisch“ und „politisch“ Verfolgten gestohlen haben. Im Technischen Museum Wien, das seit jeher Objekte des alltäglichen Lebens sammelte, wurden auch Objekte aus ehemaligen jüdischen Eigentum gefunden. Die Ausstellung zeigt die alltägliche Praxis des NS-Raubzugs, rekonstruiert die Lebensgeschichten der Beraubten und dokumentiert die Suche nach den heute in aller Welt verstreut lebenden Erben.
 
„Inventarnummer 1938“ ist die erste Dauerausstellung zum Thema „Provenienzforschung“ eines Museums im deutschsprachigen Raum und berichtet über die Arisierung von Alltagsgegenständen in der Zeit um 1938. Eine Datenbank zum NS-KFZ-Raub gibt den Besucher_innen die Möglichkeit selbst zu recherchieren. Zur Ausstellung ist in der Schriftenreihe „Edition TMW“ ein gleichnamiger Band erschienen.
 
KFZ-Datenbanken – erschlossene und ausgewertete Kraftfahrzeugbesitze aus den 1930er und 1940er Jahren.