Wie können Museen in Zeiten des digitalen Wandels die Grundlage für ein zukünftiges Verständnis der Auswirkungen von digitalen Technologien auf die Gesellschaft schaffen? Ausgehend von zwei Sammlungsobjekten am Technischen Museum Wien – einem Bankomat und einem mobilen Gerät für bargeldlosen Zahlungsverkehr – untersuchen wir exemplarisch den Umgang mit digitalen Infrastrukturen, deren alltägliche Nutzung und wie sehr wir ihnen vertrauen (müssen).
Projekttitel: Die Panzerknacker. Digitale Infrastrukturen im Alltag
Fördergeber: WWTF und Wirtschaftsagentur Wien 
Fördercall: Roadmaps Digitaler Humanismus 2022
Partner: aBITpreservation und Institut für Information Systems Engineering der TU Wien
Projektlaufzeit: 02.01.2023 bis 30.09.2023
Fördersumme: 40.000 EUR
 
Die menschenzentrierte Nutzung und Bewertung stehen im Vordergrund. Ziel ist die Entwicklung eines transdisziplinären Methodenpakets, das uns ermöglicht, zeitgenössische Nutzer_innen-Erfahrungen öffentlich zu dokumentieren, aber auch neue technische Methoden zu (er)finden, um (historische) Software zugunsten einer authentischen Interpretation funktionsfähig zu erhalten. Nur so können wir, auch im Sinne des Fördercalls, den Ansprüchen des Digitalen Humanismus gerecht werden.

Im Rahmen eines ergebnisoffenen Think-Tanks mit (ehemaligen) Nutzer_innen und internationalen Expert_innen erarbeiten wir mögliche Strategien. Die Ergebnisse der Beratung fließen in die Sammlungsstrategie der 2021 gegründeten Software Collection im Technischen Museum Wien ein.

Ausgangspunkte

Dieser Geldausgabe-Automat (Diebold Nixdorf Inc. 2008) wurde von 2008 bis 2017 von der Volksbank in 2490 Ebenfurth, Niederösterreich betrieben.
Dieses digitale Bezahlgerät wurde anlässlich einer Ausstellung 2017 vom Technischen Museum Wien über willhaben.at von einer privaten Anbieterin angekauft.
 
Bisher wurden die Nutzer_innen-Erfahrungen bei keinem der beiden Objekte dokumentiert. Im Rahmen des Forschungsprojekts wird dieser wichtige Nachtrag und die kontextuelle Verknüpfung erfolgen. Gleichzeitig werden technische Strategien zur Langzeitarchivierung der mittlerweile obsoleten Software entwickelt. So wird das Projektteam zu den titelgebenden „Panzerknackern“. Wir dechiffrieren und knacken den komplexen, multidimensionalen „Code“ zwischen digitalen Technologien, die uns im Alltag begleiten, und deren Auswirkungen auf unser individuelles Leben und die Gesellschaft.

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