Im Sonderformat „Objekt im Spotlight“ geben TMW-Mitarbeiter:innen Einblick in ihre Arbeit, indem sie ausgewählte Objekte aus der Sammlung vorstellen – auch solche, die (noch) nicht in Ausstellungen zu sehen sind. So wird Verborgenes sichtbar und ein Blick hinter die Kulissen des musealen Alltags möglich.
Objekt im Spotlight: Offroad-Rollstuhl „Freedom Chair“
Was bedeutet Mobilität? Für viele ist sie selbstverständlich: ein Spaziergang im Wald, ein Ausflug auf einen Schotterweg, eine Tour abseits asphaltierter Straßen. Für Menschen mit eingeschränkter Gehfähigkeit endet Bewegungsfreiheit jedoch oft dort, wo befestigte Wege aufhören. Genau hier setzt der Offroad-Rollstuhl „Freedom Chair“ an, der aktuell auf der Präsentationsfläche „Objekt im Spotlight“ zu sehen ist.
In der aktuellen Sonderausstellung „Im Bann der Bahn. 200 Jahre Eisenbahn" gibt es einen Moment, den wir immer wieder beobachten: Besucher:innen bleiben vor einem weißen Güterwagenmodell stehen, beugen sich vor, zeigen auf Details im aufgeschnittenen Innenraum – und plötzlich geht ein Lächeln über ihre Gesichter. „Ah, so funktionierte das also!" Es ist ein Bierkühlwagen im Maßstab 1:5, und er erzählt die Geschichte einer technischen Errungenschaft, die heute selbstverständlich scheint: Wie hält man etwas kühl, wenn es keine Steckdose gibt?
In der Reihe „Objekt im Spotlight" stellen wir regelmäßig besondere Neuzugänge unserer Sammlung vor. In diesem Beitrag rücken wir ein Gerät in den Fokus, das zunächst wenig spektakulär wirkt, aber eine faszinierende Geschichte technologischer Innovation erzählt: den Excimer-Laser EMG 102.
In einer neuen Blogserie stellen wir Ihnen ausgewählte Kapitel aus dem Begleitband zur Ausstellung „Im Bann der Bahn" vor. Den Anfang macht ein Verkehrssystem, das Wien um 1900 in die Moderne katapultierte – und dessen elegante Züge heute als Miniatur begeistern.
Wenn sich die Türen zur Ausstellung „Im Bann der Bahn. 200 Jahre Eisenbahn" öffnen, erwartet die Besucher:innen nicht nur ein visuelles, sondern auch ein außergewöhnliches akustisches Erlebnis: Der Komponist Ralph Mothwurf hat eigens für die Eröffnung ein dreiteiliges Werk geschaffen, das die technische Evolution der Eisenbahn musikalisch übersetzt.
Die Zukunft der Elektromobilität in der Dauerausstellung „Materialwelten“: In Wiener Neudorf hat sich Traktionssysteme Austria als führender Hersteller elektromechanischer Antriebe etabliert. Ihr kompakter und effizienter Busmotor überzeugt durch Langlebigkeit und Nachhaltigkeit. Neben Kupfer sind Seltene Erden wichtige Bestandteile. Ein Schnittmodell mit blau eingefärbten Magneten macht den Aufbau sichtbar.
Im Gespräch mit: Herwig Scherabon und Joshua Alena
Der Medienkünstler Herwig Scherabon erforscht in seinem neuesten Werk die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt. Für das Technische Museum gestaltete er mit Joshua Alena ein Panorama über den Materialkreislauf und dessen Brüche. Mithilfe von 3D-Scan- und CGI-Technologie visualisiert es Ressourcenverbrauch und Umweltverschmutzung. Trotz dystopischer Elemente eröffnet Scherabon alternative Zukunftsperspektiven. Seine Arbeit spiegelt eine tiefe Auseinandersetzung mit der menschlichen Rolle in der Natur wider.
Häufig wird die neue europäische Rakete Ariane 6 mit der amerikanischen SpaceX-Rakete Falcon 9 verglichen. Aber ist das fair? Franziska Bechtold und Christian Klösch erklären euch, warum das nicht so einfach ist.
Eine musikalische Reise durch Österreichs Radiogeschichte
Musik begleitet unseren Alltag, sie liefert den Soundtracks unseres Lebens, inspiriert, bewegt und verbindet Generationen. Aber wie hat das Radio unser Hörerlebnis über Jahrzehnte geprägt? Welche Rolle spielten Hitparaden, Kassettenrekorder und Mixtapes in dieser Entwicklung?
In der beeindruckenden Sammlung des Technischen Museums Wien gibt es einen Neuzugang, der auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, aber eine entscheidende Rolle in einem der größten Infrastrukturprojekte Europas gespielt hat: ein Rollenmeißel, der während des Baus des Koralmtunnels zum Einsatz kam.
Anlässlich des 200. Geburtstags des österreichischen Komponisten Anton Bruckner (1824–1896) rücken wir ein besonderes Objekt ins Rampenlicht: Es ist als größtes Objekt der Sammlung Musikinstrumente kaum zu übersehen. Zur Zeit der Monarchie hatte es große Aufgaben zu erfüllen und wichtige Ereignisse musikalisch zu begleiten. Es handelt sich um das letzte vollendete Werk von k. u. k. Hoforgelbauer Carl Friedrich Ferdinand Buckow (1801–1864): die sogenannte Buckow-Orgel aus der kaiserlichen Hofburgkapelle in Wien, die Anton Bruckner in seiner Funktion als k. u. k. Hoforganist persönlich zum Klingen brachte.
Vor hundert Jahren war die Geburtsstunde des Radios. Das neue Massenmedium revolutionierte die Art und Weise, wie Informationen und Unterhaltung verbreitet wurden. Was als technologische Innovation begann, entwickelte sich schnell zu einem mächtigen Werkzeug – eines, das in den Händen der politischen Machthaber weit mehr als nur Nachrichten oder Musik übertrug.
Am 27. April 1945 wurde die Unabhängigkeitserklärung Österreichs verkündet – ein historischer Moment, der den Beginn der Zweiten Republik markierte. Doch was folgte, war kein direkter Übergang zur vollständigen Freiheit, sondern eine Zeit der Besatzung durch die Alliierten. Österreich wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt, was das Leben und den Alltag der Menschen maßgeblich beeinflusste.
Die Geschichte der Elektroautos lässt sich gut als Welle beschreiben: Nach einer Phase großer Aufmerksamkeit um 1900 folgte ein starkes Desinteresse in der Mitte des 20. Jahrhunderts, bevor eine Wiederentdeckung zu Beginn des 21. Jahrhunderts stattfand. Viele sprechen daher von einer „Renaissance“ der Elektrofahrzeuge im 21. Jahrhundert.
Einst prägten sie das Wiener Stadtbild, nun sind sie Ausstellungsstücke: die Stationen und Räder des Vienna Citybikes. Im Rahmen unseres Sonderformats „Objekt im Spotlight“ präsentierten wir auf Ebene 4 ein typisches Wiener Leihfahrrad.
Ist elektronische Musik männlich? Nicht wirklich, obwohl es auf den ersten Blick so aussieht. Viele Frauen waren federführend an der Entwicklung der elektronischen Musik beteiligt. Frauen gründeten Studios, entwickelten Sounds und konzipierten Geräte zur Verwirklichung ihrer Ideen.
Österreichs Fenster in den Weltraum und auf die Erde
Vor 40 Jahren – am 28. November 1983 – startete das europäische Weltraumlabor „Spacelab“ zu seinem Erstflug an Bord der US-amerikanischen Raumfähre „Columbia“ ins All. Für die Europäische Raumfahrtagentur ESA war es der Beginn der astronautischen Raumfahrt – für Österreich der Start der heimischen Weltraumindustrie.
Das Technische Museum Wien sammelt nicht nur für Ausstellungen, sondern auch als Wissensspeicher. Das neue Format „Objekt im Spotlight“ präsentiert dreimal im Jahr ausgewählte Stücke, die nicht in regulären Ausstellungen zu sehen sind.
Es gibt Erfindungen, die für uns so alltäglich geworden sind, dass wir ihre Bedeutung für unser Leben grob unterschätzen. Dazu gehört der Personenaufzug, ohne den die moderne Stadt mit ihrer vertikalen Erschließung undenkbar wäre. Ein besonderer Vertreter unter den Aufzugsanlagen ist der Paternoster, von dem nur noch wenige Exemplare in Betrieb sind.
Gemäß dem Friedensvertrag von Saint Germain durften zwischen 1919 und 1922 nur alliierte Flugunternehmen in Österreich aktiv sein. Erst mit dem Inkrafttreten der „Begriffsbestimmungen für die Unterscheidung der zivilen und militärischen Luftfahrzeuge“ im Mai 1922 konnte am Neubau österreichischer Muster gearbeitet werden, allerdings mit erheblichen Einschränkungen.
Ab Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitete sich der Funk, der vor allem vom Militär genutzt wurde. Da der Funkverkehr aber auch durch den Gegner abgehört werden konnte, mussten die Meldungen „unkenntlich“, also verschlüsselt, werden. Diesen Part übernahmen spezielle Verschlüsselungsmaschinen.
Um Musik zu hören, haben Menschen schon lange vor der Erfindung von Radio, Schallplatte oder Lautsprecher versucht, Musikinstrumente von allein zum Spielen zu bringen. Ein imposantes Beispiel dieser Musikautomaten ist das „Continental Orchester“.
Text: Bettina Jernej, wissenschaftliche Archivarin und TMW-Archiv für österreichische Eisenbahngeschichte
Einblicke in die Reisegewohnheiten der kaiserlichen Familie gewährt ein mit handschriftlichen Einträgen versehenes Kondukteurbuch eines Salonwagens des Hofzuges.
1791 befand sich ganz Europa in einem wahren „Ballonfieber“. Davon zeugt eine kleine, 48 Seiten umfassende Broschüre mit dem Titel „Geschichte aller sieben und dreyßig Luftreisen Blanchards“, die sich in der Bibliothek des Technischen Museums Wien befindet.
Geopolitik und Militär, Börsen und Wirtschaft, Medien und Weltpresse: Grundlage unserer globalisiert vernetzten Welt war die Technologie der Telegrafie.
Viktor Kaplan (1876–1934) ist der Erfinder der nach ihm benannten Kaplan-Turbine. Rund 1.400 Konstruktionszeichnungen aus seinem Nachlass wurden im Zuge eines Projekts systematisch konserviert.