Forschung
Im Rahmen eines Forschungsprojekts am Technischen Museum Wien (2009-2012) wurden wichtige Quellen zum Kraftfahrzeugbesitz in Österreich in den 1930er und 1940er Jahren erschlossen und ausgewertet.
Historische KFZ-Verzeichnisse
Basis für diese Datenbank bilden Kraftfahrzeugverzeichnisse, die von den Automobilklubs der Bundesländer vor 1938 regelmäßig veröffentlicht wurden und umfassende Angaben zu den Kraftfahrzeugen und deren EigentümerInnen enthalten.
In der Datenbank sind derzeit ca. 75% der AutomobilbesitzerInnen und ca. 45% der MotorradbesitzerInnen in Österreich vor 1938 namentlich erfasst. Ergänzt wird die Datenbank durch Symbolfotos der unterschiedlichen Fahrzeugtypen, aber auch durch historische Originalaufnahmen.

Falls Sie historische Dokumente und Fotos von Fahrzeugen aus den 1930er und 1940er Jahren haben, dann senden Sie uns diese bitte zu. Zur Erweiterung unserer Datenbank sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen!

NS-KFZ-Raub
Nach dem "Anschluss" im März 1938 beschlagnahmten die Nationalsozialisten über 3.000 Kraftfahrzeuge, die entweder als Dienstfahrzeuge, z.B. für die NSDAP, verwendet oder im Sommer 1938 im Auftrag der GESTAPO durch das Wiener Dorotheum versteigert wurden. Ca. 20% aller damals in Wien gemeldeten Personenwagen wurden von den Nationalsozialisten gestohlen – der größte Autoraub in der österreichischen Geschichte.

Im Jahr 2008 konnte das Technische Museum Wien im Zuge der Provenienzforschung einen von der SA beschlagnahmten Fiat 522C an den Sohn der ursprünglichen Besitzerin, der jüdischen Kauffrau Rosa Glückselig, restituieren. Nach dem Ankauf durch das Technische Museum Wien ist er nun in der Schausammlung zu sehen. Ausgehend von diesem Fall wurde der Entzug von Kraftfahrzeugen durch das NS-Regime und deren Restitution nach 1945 systematisch untersucht.  

Die Datenbank NS-KFZ-Raub erfasst die – nach derzeitigem Wissenstand – vom NS-Regime in Österreich entzogenen Kraftfahrzeuge und ist somit ein Hilfsmittel zur Identifizierung von NS-Raubgut in öffentlichen und privaten Sammlungen sowie im Oldtimerhandel.

Projektleitung:
Mag. Dr. Christian Klösch

ProjektmitarbeiterInnen:
Mag. Dr. Verena Pawlowsky (Technisches Museum Wien)
Mag. Dr. Oliver Kühschelm (Deutsches Museum München)
Rainer Hackauf (Israelitische Kultusgemeinde Wien)