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Das Archiv des Technischen Museums Wien verwahrt die Nachlässe zweier österreichischer Motorsportfotografen, die zu den Besten ihres Faches zählten: Artur Fenzlau und Erwin Jelinek.
Der digitalisierte Fotobestand bietet einen repräsentativen Querschnitt des Motorrad- und Automobilrennsports in Österreich zwischen den 1920er- und 1970er-Jahren. Rund 160.000 Aufnahmen dokumentieren die Entwicklung der unterschiedlichen Motorsportdisziplinen und veranschaulichen das wachsende Interesse der österreichischen Bevölkerung am Rennsport. Die Fotos umfassen über 150 Rennserien sowie ca. 500 einzelne Rennen im In- und Ausland. Die Bandbreite reicht von international renommierten Rennveranstaltungen wie der „Internationalen Österreichischen Alpenfahrt“ und dem „Großen Preis von Österreich“ bis hin zu regionalen Wettbewerben wie etwa dem Motocross-Rennen in Sittendorf oder den Speedways in Wien. Das umfangreiche Bildmaterial wird ergänzt durch über 400 Rennprogramme und Siegerlisten, die wertvolle Quellen für Recherchen zu Rennstrecken, Fahrer_innen und Fahrzeugen darstellen. Von besonderer Bedeutung ist die Sammlung von rund 500 Autogrammkarten aus dem Nachlass von Artur Fenzlau; darunter finden sich nicht nur Porträts von österreichischen Rennsport-Legenden wie Rupert Hollaus oder Jochen Rindt, sondern auch historische Autogrammkarten zahlreicher ausländischer Rennfahrer_innen.

Artur Fenzlau (1909–1984)
Artur Fenzlau, ein gelernter Textilkaufmann, begann bereits in seiner Jugendzeit in Wien als Amateur zu fotografieren. In den 1930er-Jahren arbeitete er für den prominenten Fotografen Lothar Rübelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg startete Artur Fenzlau seine Karriere als Fotoreporter und spezialisierte sich auf österreichische Motorsportfotografie. Er arbeitete für diverse Tageszeitungen und Sportjournale, z. B. Kurier, Austro-Motor, Sport-Funk. Zu seinen Kunden zählten neben Auto- und Motorradfirmen die Rennfahrer_innen selbst.
Im Nachlass befinden sich sein umfassendes fotografisches Werk aus dem Zeitraum 1927 bis 1983 sowie zahlreiche Rennunterlagen und Autogrammkarten.

Erwin Jelinek (1907–1989)
Erwin Jelinek begann während seiner Ausbildung zum Volksschullehrer in Wien als Amateur zu fotografieren. Bereits in den 1920er-Jahren trat er einem Fotoclub bei. 1928 erhielt der Autodidakt beim europäischen Fotowettbewerb der Firma Agfa erstmals einen Preis. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er hauptberuflich Pressefotograf und konzentrierte sich, wie auch Artur Fenzlau, auf den boomenden Motorsport. Er war Hausfotograf der Zeitschrift „Motorrad“.
Im Gegensatz zum fotografischen Nachlass Artur Fenzlaus umfasst das Werk Erwin Jelineks ausschließlich Fotonegative zwischen 1949 bis 1977. Aus Jelineks schriftlichen Dokumenten ist bekannt, dass seine frühen Aufnahmen während der Besatzungszeit vernichtet wurden.

Kontakt Bildanfragen: 
motorsport@tmw.at


Den digitalisierten Fotobestand "Motorsport" finden Sie in unserer Online-Sammlung.








Artur Fenzlau beim Internationalen Flugplatzrennen Tulln-Langenlebarn 1971
Artur Fenzlau beim Internationalen Flugplatzrennen Tulln-Langenlebarn 1971
Erwin Jelinek beim Internationalen Auto- und Motorradfestival am Salzburgring 1973
Erwin Jelinek beim Internationalen Auto- und Motorradfestival am Salzburgring 1973
Erwin Jelinek: Jochen Rindt mit Toni Sailer, Internationales Auto- und Motorradrennen Flugplatz Zeltweg 1967
Erwin Jelinek: Jochen Rindt mit Toni Sailer, Internationales Auto- und Motorradrennen Flugplatz Zeltweg 1967
Artur Fenzlau: Ilse Thouret, Autogrammkarte, um 1935
Artur Fenzlau: Ilse Thouret, Autogrammkarte, um 1935
Artur Fenzlau: Jeff V. Smith auf BSA, Motocross Sittendorf 1966
Artur Fenzlau: Jeff V. Smith auf BSA, Motocross Sittendorf 1966