Di, 19.11.2019

Eine Installation im Technischen Museum Wien

Das Technische Museum Wien setzt sich seit mehreren Jahren in einem Forschungsprojekt mit der Farbe Pink auseinander. Viele neue Objekte wurden in die Sammlung aufgenommen und bereits vorhandene Objekte wurden auf ihre Farben hin untersucht. Einige Ergebnisse werden online sowie in der permanenten Installation „Wem gehört PINK?“ präsentiert.
Das Technische Museum Wien beschäftigt sich seit mehreren Jahren in einem Forschungsprojekt mit der Farbe Pink. Inzwischen wurden zahlreiche neue Objekte in die Sammlung aufgenommen und bereits vorhandene Objekte in den Depots auf ihre Farben hin untersucht. Einige Ergebnisse des Forschungsprojektes werden online sowie in der Installation „Wem gehört PINK?“ präsentiert – und die Besucher_innen sind dazu aufgerufen, sich zu beteiligen!

Bei der Farbe Pink wird bei uns oft an Adjektive wie kindlich, spaßig, künstlich oder weich gedacht – Eigenschaften, die häufig immer noch mit Weiblichkeit in Verbindung gebracht werden. Zahlreiche Gruppen nutzen die Farbe jedoch bewusst für ihre Kampagnen, z. B. im Kampf gegen Brustkrebs, im Bereich der Frauen- und LGBTIQ*-Rechte usw. So werden durch die Farbe Pink oft Geschlechterklischees (re-)produziert, aber gleichzeitig ist Pink eine Farbe der sozialen Veränderung. So starke Gegensätze gab es in der Vergangenheit nicht und auch heute sind sie in manchen Kulturen kein Thema.

Weil Farben erst von uns Menschen mit Bedeutungen aufgeladen werden, interessiert sich das Technische Museum Wien auch für die Positionen, Erinnerungen oder Bedeutungswünsche der Museumsbesucher_innen, um die unterschiedlichsten Facetten der Farbe Pink sammeln und dokumentieren zu können. Das Museum freut sich sehr über Geschichten, Zukunftsvisionen, Fotos und Objektangebote zur Farbe Pink.
Kontakt: pink@tmw.at
Pinke Werkzeugbox, 2000–2008: Die Schenkerin hat dieses Werkzeug-Set dem Museum überlassen, da sie von der Qualität des Produkts enttäuscht war. Während sich manche Produkte ausschließlich durch die Farbe von ähnlichen Produkten unterscheiden, kommt es auch durchaus vor, dass pinke Produkte eine schlechtere Qualität aufweisen.
© Technisches Museum Wien
Pinke Toolbox für Werkzeuge, 2000–2008
Der japanische Hersteller gibt keine Hinweise auf die Zielgruppe dieses Produkts. Ein Käufer hat darauf hingewiesen, dass er die Bohrmaschine erworben hat, weil sie auf einer Baustelle – so seine Meinung – wohl niemand stehlen würde.
© Technisches Museum Wien
Bohrmaschine (Makita), 2018
Staubsauger „Hetty“: ist Teil einer Staubsauger-Familie in verschiedenen Farben und mit unterschiedlichen Gesichtern. „Hetty“ wirkt durch die pinke Farbe besonders menschlich und durch ihre Wimpern wird der vom Hersteller beabsichtigte „weibliche“ Auftritt als Haushaltshelferin verstärkt.
© Technisches Museum Wien
Staubsauger „Hetty“
Rosa ist auch im Männerfußball präsent, beispielsweise beim österreichischen Verein LASK oder dem italienischen Club Palermo S.S.D, der seit seiner Gründung im Jahr 1900 – mit Ausnahme einiger Jahre während der Zeit des Faschismus – in rosa Trikots spielt. Die Farbwahl geht auf einen Sponsor zurück, der rosa und schwarze Liköre verkaufte.
© Technisches Museum Wien
Fußballtrikot
Sulmtaler- oder Moidl-Hut mit Seidenbändern, Franz Mayer, Graz, um 1837
© Technisches Museum Wien
Sulmtaler- oder Moidl-Hut mit Seidenbändern
Pileolus (lat. pileus = Hut/Mütze): 
In der katholischen Kirche spielen Farben eine wichtige Rolle. An der Farbe lässt sich erkennen, dass es sich beim Träger um einen Kardinal handelt.
© Technisches Museum Wien
Bei der Auswahl eines Smartphones spielen nicht nur die technischen Eigenschaften eine Rolle. Häufig unterscheidet sich der Preis eines Modells je nach Farbe, was jenen zugutekommt, denen die Farbe ihres Smartphones egal ist.
© Technisches Museum Wien
Mobiltelefon (Nokia)
Auf sogenannten Gender-Reveal-Partys wird das Geschlecht des Kindes durch die Farben Rosa oder Hellblau verkündet. So werden Menschen bereits vor ihrer Geburt mit einer Farbe in Beziehung gebracht.
© Technisches Museum Wien
Konfettikanone
Die pinke Schleife wurde 1991 zum Symbol im Kampf gegen Brustkrebs. Weltweit wird durch „Pink Ribbon“-Aktionen Aufmerksamkeit erzeugt und Spenden werden gesammelt. So konnten beispielsweise von 2002 bis 2018 über 7 Millionen Euro für die Österreichische Krebshilfe gesammelt werden.
© Technisches Museum Wien
Pink-Ribbon-Brosche