Mo 19.09.2022

Exklusive Einblicke in aktuelle Forschung zu Robotik in der Pflege

Technisches Museum Wien präsentiert Forschungsprojekte der TU Wien

Der Einsatz von Robotern in der Pflege ist ein viel diskutiertes Zukunftsszenario. Einerseits könnte es ein wichtiges Werkzeug sein, um einer alternden Bevölkerung ein selbstbestimmtes Leben in gewohnter Umgebung zu ermöglichen. Andererseits besteht auch die Befürchtung, dass pflegebedürftige Menschen dadurch zunehmend vereinsamen und ins soziale Abseits gedrängt werden. Während die technologische Weiterentwicklung von Pflegerobotern voranschreitet, finden sie in der Praxis dennoch nur wenig Einsatz. 
Was wollen wir von Pflegerobotern?
Um die Akzeptanz der Technologie zu gewährleisten, müssen Pflegeroboter entsprechend den Bedürfnissen der Anwender_innen neu gedacht werden. Deswegen untersucht das Forschungsprojekt „Caring Robots“ die möglichen Rollen von Robotern im komplexen Kontext der (mobilen) Pflege und legt dabei besonderes Augenmerk auf die Einbeziehung der betroffenen Gruppen. Welche Konsequenzen hat ein Pflegeroboter auf die Lebensqualität, Würde und Autonomie der Betreuten? Welche Auswirkungen hat die technische Unterstützung von Pflegeabläufen für die Pflegenden? Und wie soll dies menschengerecht, gesellschaftlich sinnvoll und technisch machbar gestaltet werden?
 
Die komplexen Fragestellungen, die die Bereiche Robotik, Sozialwissenschaften und Informatik vereinen, verlangen ein transdisziplinäres Forschungsteam. Neben den Forschenden der Technischen Universität Wien und der Universität Salzburg und der Caritas Wien, dem Praxispartner für Pflege, ist auch das Technische Museum Wien als außeruniversitärer Forschungspartner in das Forschungsprojekt involviert und agiert als Schnittstelle mit der Öffentlichkeit, um den gesellschaftlichen Diskurs zum Thema anzuregen. 
 
Einblick und Teilhabe in den Forschungsprozess
Aus diesem Grund wird im Science Corner des Technischen Museums Wien nicht nur die brisante Thematik von Pflegerobotern eingehend beleuchtet, sondern es werden auch erste Schritte des fünfjährigen Forschungsvorhaben offengelegt. Dabei sind Museumsbesucher_innen auch zur Teilhabe und Mitgestaltung aufgerufen und können in einer kurzen Umfrage wichtige Impulse für das laufende Forschungsprojekt, das im Zuge des Pilotprogramms #ConnectingMinds von FWF – Der Wissenschaftsfonds finanziert wird, geben. Zusätzlich werden im Science Corner auch die Forschenden präsentiert, wodurch Besucher_innen mehr über die unterschiedlichen Berufsfelder und Karrierewege in Wissenschaft und Forschung erfahren. 
 
Der Science Corner bietet eine Museumsbühne für aktuelle Forschung der TU Wien
Der am 1. März 2022 eröffnete Science Corner im Technischen Museum Wien gibt in einer zweimal jährlich wechselnden Präsentation aktuellen Forschungsprojekten der Technischen Universität Wien eine Bühne. Den Startschuss machte das Thema Industrie 4.0, wo mit dem Austrian Center for Digital Production der TU Wien gezeigt wurde, welche Optimierungsansätze zur intelligenten Vernetzung von Maschinen und Abläufen eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft ermöglichen. 
 
Ziel des Science Corners und der Kooperation mit der TU Wien ist, Besucher_innen die unterschiedlichen Facetten der dynamischen österreichischen Forschungslandschaft näherzubringen und zu zeigen, an welchen zukunftsweisenden Technologien derzeit gearbeitet wird. Zentrale Leitfragen sind: Welche technischen Innovationen werden unseren Alltag, unsere Mobilität, unsere Industrie oder unsere Kommunikation in Zukunft beeinflussen? Entsprechend den Leitlinien des Museums mit Fokus auf Innovation und Nachhaltigkeit werden im Science Corner Forschungsprojekte vorgestellt, die mithilfe von zukunftsweisenden Technologien gesellschaftlich relevante Fragestellungen aufgreifen. „Mit dem Science Corner präsentieren wir Forschung und Technik am Puls der Zeit und zeigen, wie den großen Herausforderungen unserer Zeit mit visionären Ideen und innovativen Lösungsansätzen begegnet werden kann. Damit wollen wir vor allem auch junge Menschen für eine Karriere in der Forschung begeistern, denn im zukunftsweisenden MINT-Bereich können sich kreative und findige Köpfe gesellschaftlich wirksam einbringen“, erklärt Generaldirektor Peter Aufreiter. 
 
Da hinter technischen Entwicklungen und fortschrittlicher Forschung immer auch Menschen stehen, die diese gestalten und prägen, holt der Science Corner auch die Forschenden vor den Vorhang. In Videoinstallationen und der stetig wachsenden Forscher_innen-Galerie können Besucher_innen umfassende Eindrücke von deren Forschungsalltag erlangen und erleben die faszinierende Vielfalt an wissenschaftlichen Karrieren in der Forschung. „Ich freue mich sehr, dass wir mit dieser Kooperation eine zusätzliche Möglichkeit haben, Einblicke in die TU Wien zu ermöglichen und Technikforschung besser greifbar zu machen. Technik gehört nicht nur zu unserem Alltag, wir gestalten mit ihr unsere Zukunft mit und sie bietet eine Vielzahl verschiedenster Karriereoptionen“, lädt Sabine Seidler, Rektorin der TU Wien, zum Besuch ein.
 
Um die Vielfalt an Forschungsinitiativen der TU Wien zu veranschaulichen, werden im Science Corner alle sechs Monate neue Inhalte präsentiert, unterschiedlichste Forschende und Karrierewege vorgestellt sowie topaktuelle Forschungsergebnisse mit einem breiten Publikum geteilt.
 
Mehr Informationen zur aktuellen Präsentation „Caring Robots“ im Science Corner:
 
Informationen zur vergangenen Präsentation „Vernetzung Mensch-Maschine“ im Science Corner:
Website (Archiv): www.technischesmuseum.at/ausstellung/science_corner_vernetzung_menschmaschine
PR-Site (Archiv): 
https://www.technischesmuseum.at/presse/science_corner

Gemeinsam mit der Rektorin der TU Wien Sabine Seidler und Repräsentant_innen der gezeigten Forschungsprojekte wurde die erste Bespielung des Science Corners am 1. März 2021 eröffnet. Bildmaterial dazu finden Sie hier: https://www.apa-fotoservice.at/galerie/27956

Forschungsaktivitäten im Museum (Auswahl):

Roboter "Werner"
© Technisches Museum Wien
Der Roboter "Werner" war über mehrere Monate im Haus der Barmherzigkeit Pflegeheim im Einsatz. Er lotste Besucher_innen, informierte Bewohner_innen und begleitete sie bei Gehtherapien.
Qoobo: ein therapeutischer Roboter in Kissenform
© Technisches Museum Wien
"Qoobo" ist ein therapeutischer Roboter in katzenartiger Kissenform. Wenn das Kissen, das aus unechtem Pelz besteht, gestreichelt wird, schwingt es sanft. Wenn es gerieben wird, schwingt es spielerisch. Und manchmal winkt es nur, um Hallo zu sagen.
Vector: kommerziell erhältlicher sprachgesteuerter Gefährtenroboter
© Technisches Museum Wien
Sprachgesteuerter Gefährtenroboter "Vector"
Sphero BOLT: voll-programmierbarer fahrbarer Roboterball
© Technisches Museum Wien
"Sphero BOLT" ist ein programmierbarer fahrbarer Roboterball, der für Lernende jeden Alters konzipiert wurde und sowohl in Schulen zur Vermittlung von Programmierkenntnissen als auch in der Forschung und Universitätslehre zum Einsatz kommt.
Sphero BOLT: voll-programmierbarer fahrbarer Roboterball
© Technisches Museum Wien
Programmierbarer fahrbarer Roboterball "Sphero BOLT"
Vector: kommerziell erhältlicher sprachgesteuerter Gefährtenroboter
© Technisches Museum Wien
"Vector" ist ein sprachgesteuerter Gefährtenroboter. Er kann autonom navigieren, reagiert auf Blicke, Geräusche und Berührungen.
Auch Forschende werden im Science Corner vor den Vorhang geholt
© Technisches Museum Wien
Auch Forschende werden im Science Corner vor den Vorhang geholt
Science Corner in Kooperation mit der TU Wien
© Technisches Museum Wien
Science Corner in Kooperation mit der TU Wien
Das transdisziplinäre Forschungsprojekt untersucht unsere Erwartungen an Pflegerobotern
© Technisches Museum Wien
Das transdisziplinäre Forschungsprojekt untersucht unsere Erwartungen an Pflegeroboter
Pressetext Science Corner