Isonzobrücke der Wocheinerbahn

Bild
 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Verkehr
Sammlungsgruppe
Brücken und Tunnel
Epoche
1900 - 1909
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.
Die Strecke der Wocheinerbahn war wegen ihrer schwierigen topografischen und geologischen Situation einer der schwierigsten Bahnbauten in der österreichischen Monarchie.

Die Wocheinerbahn ist nicht so berühmt wie die Semmeringbahn oder die Arlbergbahn.
Sie war neben der Südbahn die zweite Verbindung von den Alpen zum Seehafen Triest. Während der Bauarbeiten musste die Trasse oft verändert und zusätzliche Tunnel und Brücken errichtet werden, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Eine der imposantesten Talquerungen der Wocheinerbahn ist die Brücke über den Isonzo nahe der Ortschaft Solcano. Der Hauptbogen mit 85 Metern Spannweite hatte die größte Bogenöffnung einer Steinbrücke für die Eisenbahn, die jemals gebaut wurde.

Die 1.960 m³ Quadersteine für den Bau wurden aus den Steinbrüchen von Nabresina gewonnen. Von dort stammte schon das Baumaterial für die Paläste von Venedig und Rom.

Um den Bogen mauern zu können, wurde ein Lehrgerüst aus 1.161 m³ Holz errichtet. Die große Spannweite erforderte einen Mittelpfeiler für das Lehrgerüst. Er hatte ein 9 Meter tiefes Fundament, das nach Fertigstellung wieder entfernt werden musste. Am 08.08.1905 konnte das Gerüst abgesenkt werden, wobei sich der Bogen nur um 6 Millimeter herabsetzte – ein Zeugnis der hohen Präzision während der Bauarbeiten.

Die Pracht war aber nur von kurzer Dauer: Während der 6. Isonzoschlacht wurde der Hauptbogen beim Rückzug der österreichischen Truppen von Görz in der Nacht vom 08. auf den 09.08.1916 von Sappeuren gesprengt. Im Mai 1918 ging als Ersatz für die Steinbrücke eine provisorische Stahlbrücke nach dem System Roth-Waagner in Betrieb. Der Bogen wurde erst durch die italienische Staatsbahn wieder aufgebaut, diesmal aber aus Eisenbeton mit einer Verkleidung aus Naturstein.


Inv.Nr. 40042

Member of