Modell Vollschiff „Austria-Trieste“, Baujahr 1884

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© Technisches Museum Wien
Das Zeitalter der Segelschiffe neigt sich dem Ende zu. Dieser Typ Handelsschiff zählte zu den letzten Konkurrenten der Dampfschiffe.

Die Bezeichnung „Vollschiff“ wurde in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts vorwiegend für dreimastige vollgetakelte Handelsschiffe verwendet. Bei Volltakelung ist jeder Mast vollständig mit Rahsegeln ausgerüstet.

Das Vollschiff ist der Bark sehr ähnlich. Im Unterschied zur Bark ist der Kreuzmast (= der hinterste Mast) des Vollschiffs mit einem Gaffelsegel und mit Rahsegeln (querschiffsstehend) ausgestattet. Gaffelsegel werden in Längsrichtung des Schiffes gesetzt und zählen somit zu den Schratsegeln. Die Bark hat an letzter Position den Besanmast, der nur Gaffelsegel trägt.
In der 2. Hälfte des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die großen Windjammer als Barken ausgebildet, da die Gaffelsegel ohne Rahsegel leichter zu bedienen waren.

Die schnellen Großtransportsegler sind aus den im 18. Jahrhundert entstandenen Fregatten hervorgegangen. Das Längen-Breiten-Verhältnis änderte sich bis auf 7,6:1. Zwischen 1860 und 1905 verfünffachte sich die durchschnittliche Tragfähigkeit. Schnellsegler konnten daher zahlreiche Routen billiger bedienen als die Dampfschiffe, die immer mehr in den Vordergrund traten.

Das Modell dieses Handelsschiffes im Maßstab 1:25 wurde um 1884 von der k. k. Staatsgewerbeschule Triest gefertigt und 1916 an das Technische Museum Wien übergeben. Es handelt sich hierbei sehr wahrscheinlich nicht um einen konkreten Nachbau eines Originals, sondern um die Standardbauform des damals aktuellen Vollschiffs. 2003 wurde das Objekt sehr aufwendig restauriert. Fehlende Teile wurden dabei ergänzt.


Inv.Nr. 1642

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