Buch "Krieg dem Kriege"

Während des Weltkrieges werden Fotografien von Gefallenen und Schwerverwundeten zensuriert, um in der Zivilbevölkerung keine Kriegsmüdigkeit zu schüren. Für viele Menschen werden die Schrecken erst nach Kriegsende sichtbar.

Der deutsche Pazifist und Kriegsdienstverweigerer Ernst Friedrich gibt 1924 ein Buch mit dem Titel Krieg dem Kriege! heraus. Es enthält Fotografien, die das grausame Gesicht des Krieges offenbaren und Verwundete, Verstümmelte, Hinrichtungen, Leiden, Elend und Sterben zeigen. Friedrich demaskiert die Propagandaphrasen, die während des Krieges zirkuliert sind, indem er ihnen schockierende Bilddokumente gegenüberstellt. Dem Bild von Gehenkten stellt er ein Zitat des deutschen Generals Hindenburg zur Seite: „Mit Sentimentalitäten kann man keinen Krieg führen. Je unerbittlicher die Kriegsführung ist, umso menschlicher ist sie in Wirklichkeit.“ Das Bild eines Soldaten, dem Teile von Mund und Unterkiefer weggerissen wurden, erhält als Bildunterschrift einen weiteren Ausspruch von Hindenburg: „Der Krieg bekommt mir wie eine Badekur“. 1925 eröffnet Friedrich in Berlin ein Anti-Kriegsmuseum. Es soll die Menschen aufrütteln und steht im Zeichen der Forderung Nie wieder Krieg!
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