• TMW_Nov.16-051_Rätselrallye.jpg © Technisches Museum Wien, Foto: Klaus Pichler
Schwierige Rätsel – leicht zu lesen

Der Rätselrallye-Generator

Seit Jänner 2012 stellt der Rätselrallye-Generator (RRG) im TMW immer wieder knifflige Fragen, liefert Anreize für die eigene Kreativität und schickt die BesucherInnen auf ihren individuell zusammengestellten Wegen durch das Museum.

Über 800 Fragen aus neun verschiedenen Ausstellungsbereichen können vom Rätselrallye-Generator immer wieder unterschiedlich kombiniert werden. Dabei entscheiden die BesucherInnen selbst, wie lange ihre Rätselrallye dauert und sie wählen aus vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden – von „Volksschule/ AnfängerInnen“ bis zu „Fortgeschrittenen“. Die selbst erstellten Rallyes können abgespeichert und später wieder abgerufen werden. Schnellentschlossene finden für ihre Tour auch schon vorbereitete Rallyes zur Auswahl. 

Ab Dezember 2017 wird der Rätsel-Rallye-Generator auch in „einfacher Sprache“ zur Verfügung stehen. „Einfache Sprache“ wird in der öffentlichen Kommunikation zunehmend berücksichtigt und – ähnlich wie eine sprachliche Übersetzung – verwendet, um den Kreis derer zu erweitern, die eine geschriebene Botschaft lesen bzw. verstehen sollen. Ziel ist es, Menschen mit Leseschwierigkeiten die Teilhabe an der Gesellschaft zu erleichtern. Für den Prozess der Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen beim Zugang zu Dienstleistungen und Informationen sind nicht nur bauliche Maßnahmen wichtig, auch die Beachtung von „barrierefreier Kommunikation“ spielt eine Rolle. So bietet z. B. die Website des österreichischen Parlaments Informationen in „Leichter Sprache“ an, ebenso Websites von Ministerien oder auch Zeitungen publizieren (vorläufig „testweise“) einzelne Artikel in „Leichter Sprache“.

„Einfache Sprache“ und „Leichte Sprache“ folgen bestimmten Regeln, wiez.B. kurze Hauptsätze – möglichst ohne Nebensätze, die Verwendung von bekannten und einfachen Wörtern, ein klares Schriftbild ohne Serifen, große Schrift, übersichtliche Gestaltung (z. B. Grafiken anstatt Fotos mit vielen Details).

Der Einsatz von „Leichter Sprache“ im Museum steckt noch in den „Kinderschuhen“, wird in der Begleitung von einzelnen Ausstellungen erprobt und z.T. durchaus auch kontroversiell diskutiert: Spezifische Exponate bedürfen (manchmal) auch spezifischer Erklärungen, Formulierungen und Fachausdrücke. Museen als Bildungsorte sollten auch auf die Pflege einer spezifischen Sprache achten, bzw. wird die Frage gestellt, ob Texte und Unterlagen in „Leichter Sprache“ nicht eher eine Zuordnung und „Einstufung“ von BesucherInnen befördern anstatt deren Inklusion („exludierende Inklusion“). 

So wie es nicht „typische“ MuseumsbesucherInnen gibt, an die sich ein Text wendet, so braucht es für deren Heterogenität auch verschiedene Textformen – z. B. Kurz- und Langinformationen, Überblick und Vertiefung, Wissenschafts- und Laienniveau oder auch Texte, die ein junges Publikum mit einem privaten „du“ ansprechen. Rätselrallyes in „Einfacher Sprache“ sind ein möglichst barrierefreies Angebot und erweitern das Spektrum der schriftlichen Kommunikation des TMW. „Leichte Sprache“ ist ursprünglich für LeseanfängerInnen, Menschen mit eingeschränktem Wortschatz, fehlender Schulbildung oder Lernschwierigkeiten gedacht. Beobachtungen in Museen haben gezeigt, dass Texte in „Leichter Sprache“ durchaus einer breiten Gruppe von BesucherInnen zugutekommen und auch von denjenigen gelesen werden, die sie gar nicht benötigen würden. Häufig bieten Unterlagen in „Leichter Sprache“ eine übersichtliche Gliederung von Inhalten und fungieren als kompakte Zusammenfassung. Der Rätselrallye-Generator des Museums ist ein ideales Instrument, um „Leichte Sprache“ in das Kommunikationsspektrum einzubauen. Die Verwendung dieses Angebotes wird auch als Orientierung dafür dienen, wie sich das Thema „Leichte Sprache“ im Museum weiterentwickelt.

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