• beherrschen Bereich Mobilität © Technisches Museum Wien, Foto: Klaus Pichler
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Mobilität
Themeninsel in der Ausstellung Mobilität

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Einst lag Österreich am Meer

Bis zum Ende der Habsburger Monarchie galt Triest als Hafen von Wien und war Sitz des 1833 gegründeten Österreichischen Lloyd, der damals größten Dampfschifffahrtsgesellschaft im Mittelmeer. Mit dem Lloyd-Arsenal verfügte das Unternehmen ab 1861 über eine eigene Werft in Triest. Die Eröffnung des Suezkanals im Jahr 1869 ermöglichte dem Lloyd die Inbetriebnahme der Linie Triest-Bombay, die ab 1880 sogar bis Hongkong verlängert wurde. Die Gablonz, eines der größten Schiffe des Lloyd, befuhr diese Strecke ab 1913. Sie ist auch das größte Schiffsmodell im Technischen Museum Wien.

Die beeindruckende Sammlung an Schiffsmodellen des Österreichischen Lloyd konnte erstmals 1918 im neu eröffneten Museum gezeigt werden: Der Erste Weltkrieg hatte Österreich zum Binnenland gemacht. Marine und Handelsflotte hatten ihre Bedeutung verloren. Dennoch blieb die Aufstellung des Ensembles, wohl aus nostalgischen Gründen, bis in die 1950er Jahre unverändert. In der Ausstellung "Mobilität" beleben wir den nostalgischen Blick auf das einzigartige Ensemble mit einem Augenzwinkern wieder.

Den alles dominierenden Hintergrund bildet ein idealisierendes, großformatiges Ölgemälde des Marinemalers Alexander Kircher von 1917. Es zeigt unterschiedliche Schiffstypen im Hafen von Triest. In der linken Bildhälfte ist im Vordergrund die Isonzo abgebildet, die mit ihren drei Kaminen das größte Schiff der österreichischen Handelsmarine werden sollte. Der Marinemaler wagte hier aber einen allzu optimistischen Blick in die Zukunft: In Wirklichkeit erlebte das Schiff seine Fertigstellung nicht. Im Ersten Weltkrieg in der Werft von Monfalcone schwer beschädigt, wurde es 1922 abgewrackt.

1839 fertigte der Maschinenfabrikant Samuel Bollinger das über vier Meter lange Bewegungsmodell eines Eimerketten-Baggerschiffs, den Bollinger-Bagger. Es ist das älteste noch funktionierende Bewegungsmodell im Technischen Museum Wien. Baggerschiffe wie diese dienten zur Räumung der Häfen Triest und Venedig. Das Modell hatte auch Maßstabsfunktion, sodass die Herstellung ähnlicher Bagger nach ihm vorgenommen werden konnte.

Dank Kurt Bodlak, Graveur und ehemaliger Direktor des Münzamtes, ist die Austria-Trieste, ein vollgetakeltes Handelsschiff von 1880, zu sehen. Bodlak fertigte ab 1946 detaillierte Skizzen der Schiffsmodelle im Museum an. 1955 übergab das Technische Museum alle die Kriegsmarine betreffenden Modelle dem Heeresgeschichtlichen Museum. Die Austria-Trieste jedoch, ein zivil genutzter und damit irrtümlich übertragener Segler, konnte 2003 zurückgewonnen werden. Grundlage für den Nachweis der bewegten Objektgeschichte waren die Skizzen Bodlaks.

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