• konkurrieren Bereich Mobilität © Technisches Museum Wien, Foto: Klaus Pichler
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Mobilität
Themeninsel in der Ausstellung Mobilität

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Von Verbrennungs-, Elektro-, Dampf- und Hybridantrieben

Weltweit und in nahezu allen Verkehrssystemen hat er sich in den letzten 100 Jahren durchgesetzt: der Verbrennungsmotor, angetrieben durch fossile Kraftstoffe wie Erdöl. Ob in Schiffen, Flugzeugen, Automobilen oder Lastwagen – er ist omnipräsent. Vor mehr als 100 Jahren, um 1900, haben jedoch verschiedene Antriebssysteme koexistiert. Die Antriebstechniken reichten von der Dampfmaschine, dem Verbrennungs- und dem Elektromotor bis hin zur Kombination von Antrieben - den Hybridfahrzeugen.

Dampfautomobile wie jenes der Pariser Firma Gardner-Serpollet, das in der Ausstellung "Mobilität" zu sehen ist, waren die ersten verlässlichen Automobile. Auch die frühen Elektromobile waren durchaus erfolgreich. Um 1900 gab es in den USA sogar mehr Elektro- als Benzinfahrzeuge. Die Wiener Hofwagenfabrik Jacob Lohner & Co. stellte ab 1897 Automobile her und konzentrierte sich nach anfänglichen Versuchen schließlich ganz auf die Elektrofahrzeuge. Schon an der Entwicklung der ersten Fahrzeugserie, dem System Egger-Lohner war der junge Ferdinand Porsche, ein Angestellter Béla Eggers, beteiligt. 1899 beschloss Lohner, Porsches Idee eines Radnabenmotors aufzugreifen, und kündigte Egger die Zusammenarbeit. Der Lohner-Porsche - der "erste Porsche der Welt" - wurde 1900 auf der Pariser Weltausstellung ausgezeichnet und ist im Technischen Museum Wien zu sehen.

Die Elektrofahrzeuge kamen als Stadtwagen zum Einsatz; aber auch als sogenannte „Flottenfahrzeuge“ bei der Feuerwehr und in der Post bewährten sie sich. Diese Vergangenheit wird in der heutigen Debatte über den Elektro-Antrieb häufig vergessen. Deshalb stellen wir unsere international einmaligen frühen Elektro- und Dampfautos in der neuen Ausstellung zusammen mit den Protagonisten der Gegenwart aus: einem Toyota Prius Hybrid, mit dem sich ab 2003 der Hybridantrieb erneut am Markt durchsetzen konnte, einem Renault ZOE, der nach seiner Markteinführung das meist verkaufte Elektrofahrzeug in Österreich war, einem Elektro-Sportwagen Tesla Roadster und einem Mercedes-Benz F-Cell mit Brennstoffzellentechnik.

So wie um 1900 präsentiert sich unsere Gegenwart mit einer Vielzahl an technischen Möglichkeiten. Wir wissen nicht, welche Antriebstechnik sich in Zukunft durchsetzen wird, aber vielleicht ist dieser Denkansatz bereits ein falscher: Vielleicht werden wir angesichts der vielfältigen Einsatzgebiete von Kraftfahrzeugen, aber auch aufgrund des Klimawandels und der schwindenden Ölressourcen in Zukunft stärker ein Mit- und Nebeneinander verschiedener Antriebstechniken erleben. Der Blick in die Vergangenheit lehrt uns in jedem Fall, dass es dieses Nebeneinander schon einmal gab.

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