• umsteigen Bereich Mobilität © Technisches Museum Wien, Foto: Klaus Pichler
Ausstellung
Mobilität
Themeninsel in der Ausstellung Mobilität

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Der Wiener Hauptbahnhof - eine Standortfrage

Die großen politischen Neuordnungen im Laufe des 20. Jahrhunderts haben die Bedeutung der Bahnstrecken und Bahnhöfe in und rund um Wien mehrmals verschoben. Durch die Teilung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg lag Wien am östlichen Rand von Westeuropa. Wien war Endstation mit mehreren Kopfbahnhöfen. Die Öffnung des Ostens brachte 1989 eine Wende. Wien wurde wieder zu einem der wichtigsten Knoten im transeuropäischen Bahnverkehr.

Die Bahnhofsarchitektur wechselte im Laufe der Geschichte ihr Gesicht. Die gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichteten großen Paläste der Eisenbahnen wichen nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg nüchtern anmutenden Repräsentationsbauten im Stil der internationalen Moderne. Heute entwickeln sich die großen Bahnhöfe zu multifunktionalen Reise-, Einkaufs- und Entertainmentzentren. Das Umland wird zum Hotspot für internationale Investoren.

Vier Modelle aus der Sammlung des Technischen Museums Wien dokumentieren die wesentlichen Veränderungsphasen des ehemaligen Wiener Südbahnhof-Geländes, das 2012 zum Hauptbahnhof-Areal wurde. Das älteste Modell aus dem Jahr 1850 stammt aus dem Österreichischen Eisenbahnmuseum, zwei weitere Modelle wurden dem Museum 1951 und 2014 von den Österreichischen Bundesbahnen überlassen. Das jüngste Modell wird auch weiterhin für Architektur-Jurysitzungen dienen, in denen über die künftige Erschließung des neuen Stadtteils rund um den Hauptbahnhof entschieden wird.

Das einzige existierende Modell des letzten Wiener Südbahnhofes (1956-2009) entstand in Kooperation mit der Technischen Universität Wien und konnte dank dem persönlichen Engagement von Robert Kalasek vom Fachbereich Stadt- und Regionalforschung realisiert werden. Unmittelbar vor dem Abriss des Südbahnhofes im Dezember 2011 machte Kalasek 3D-Scans vom gesamten Bahnhofsgelände – in Eigeninitiative. Aus Millionen von Messpunkten, die er innerhalb mehrerer Wochen in der klirrenden Winterkälte sammelte, errechnete er Bilder für ein 3D-Modell, das nun in der Ausstellung "Mobilität" zu sehen ist.

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