Motorsportgeschichte

NS-Zeit

Mit dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 traten auch die für den Motorsport gültigen NS-Bestimmungen in Kraft. Die bestehenden Vereine und Klubs wurden in den folgenden Monaten aufgelöst und alle Aktivitäten in das seit 1931 bestehende, von Adolf Hühnlein geführte „Nationalsozialistische Kraftfahr-Korps“ (NSKK) eingegliedert. Im Rahmen der politischen Ziele der „Motorisierung der Nation“ wurde der Motorsport zu einer Bewährungsprobe des deutschen Mannes und zur Schule für den Krieg: „12 Stunden im Sattel der Maschine oder am Steuer des Kraftwagens, allein dies schon keine leichte Aufgabe. 12 Stunden Fahrt im Gebirge, über Pässe, auf engen, kurvigen Talstraßen, dies erfordert neben Fahrtkönnen und Ausdauer Begeisterung für den Kraftfahrsport, jene Begeisterung und Hingabe, die den Männern der deutschen Kraftfahrt eigen ist, mögen sie der Wehrmacht, dem NSKK oder der SA angehören.“ (Rennprogramm „12-Stunden-Fernfahrt“ 1939). Darüber hinaus sollte im sportlichen Wettkampf der Nationen die Überlegenheit der deutschen Technik und des deutschen Kampfwillens bewiesen werden. : „In aller Welt fahren deutsche Rennwagen, kündend von der Schaffenskraft deutscher Arbeiter, vom Erfindergeist deutscher Konstrukteure und Ingenieure und vom nie versiegenden Kampfeswillen deutsche Rennfahrer.“ (Geleitwort Rennprogramm 2. Höhenstraßenrennen 1939).

Neben zahlreichen regionalen Veranstaltungen fanden 1938 und 1939 die Alpenfahrt als „Deutsche Alpenfahrt“ mit Start in München, das Großglocknerrennen als „Großer Bergpreis von Deutschland“ und das Höhenstraßen-Rennen als „Rennwagen-Bergmeisterschaft“ eine Fortsetzung. Der Angriff auf Polen am 1. September 1939 und der Beginn des Zweiten Weltkrieges bedeutete ein Ende der internationalen Beteiligung an den Rennen. Schon ab 24. August 1939 verließen die englischen Teilnehmer, unter ihnen Majorie Cottle, der Internationale Sechstagefahrt in Salzburg, in Richtung Schweiz.

Viele der in der Zwischenkriegszeit bekannten deutschen und österreichischen Motorrad- und Autorennfahrer, wie z. B. Leo Benesch, Manfred von Brauchitsch, Rudolf Caracciola, Hermann Gunzenhauser, Fritz-Huschke von Hanstein, Prinz Max von Schaumburg-Lippe, Martin Schneeweiß und Hans Stuck beteiligten sich auch weiterhin an den NSKK-Motorsport-Veranstaltungen.

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