Das Projekt

Überblick

Das Technische Museum Wien präsentierte in den Jahren 2002 mit „Sieger-Typen. Rennmotorräder 1920 bis 1940“ und 2005 mit „Schräglage. Motorräder 1945 bis 2005“ zwei Sonderausstellungen zur Geschichte der Motorräder und des Rennsports. Im Zusammenhang mit den Vorbereitungen zu diesen Ausstellungen erwarb das Museum die Nachlässe der Pressefotografen Artur Fenzlau und Erwin Jelinek, die vorwiegend Fotonegative zum Thema Motorsport umfassen. Diese umfangreichen Fotobestände dokumentieren die österreichische Motorsportgeschichte zwischen den 1920er und den 1980er Jahren und konnten im Rahmen des Projekts "Motorsport in Österreich" in Auswahl digitalisiert und wissenschaftlich aufgearbeitet werden. Das Ergebnis des vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur finanzierten Projekts umfasst rund 160.000 Digitalisate, die nun der Öffentlichkeit online zur Verfügung stehen.

Da Bildquellen aus der Frühzeit des Motorsports ausschließlich im Nachlass von Artur Fenzlau vorhanden waren, wurde das frühe Fotomaterial (1927-1945) zur Gänze digitalisiert. Als Grundlage für die Digitalisierungsauswahl der umfangreichen Fotobestände nach 1945 wurde die traditionelle Einteilung der Motorsportwettbewerbe aus den österreichischen Motorsportkalendern herangezogen, die ab 1947 von den Dachverbänden für den Motorsport (die FIA für die Automobile und die FIM für die Motorräder) herausgegeben wurden. In Anlehnung an die Kriterien dieser Kalender und gemeinsam mit Motorsportexperten wurden alle Rennveranstaltungen, die im nationalen bzw. internationalen Motorsportgeschehen von der FIA (Fédération International de l'Automobile) und von der FIM (Fédération International de Motocyclisme) als bedeutend eingestuft wurden im Rahmen des Projekts bearbeitet. Insgesamt wurden rund 150 Rennveranstaltungsserien bzw. über 500 einzelne Rennen digitalisiert.

Informationen zum Bildmaterial waren in den Nachlässen in unterschiedlicher Qualität vorhanden. Ausschließlich für die frühen Bestände bis 1945 hatte Artur Fenzlau Verzeichnisse erstellt, in denen er alle Bildmotive einzeln aufgelistet hatte. Für alle späteren historischen Fotonegative waren in beiden Nachlässen zu den einzelnen Negativstreifen nur die Bezeichnungen der jeweiligen Rennveranstaltung dokumentiert.

Insgesamt wurden rund 350 RennfahrerInnen nach inhaltlichen Kriterien (internationale Bedeutung für den Motorsport, vorhandene Autogrammkarten, Frauen als Rennfahrerinnen) ausgewählt und in einem Personenregister erfasst. Für diese Personen sind die digitalisierten Bildmotive einzeln erschlossen und leicht recherchierbar. Um den Online-BesucherInnen eine eigenständige Recherche im Bestand zu ermöglichen, wurden alle im Technischen Museum vorhandenen Rennprogramme und Starterlisten digitalisiert. Anhand dieses unersetzbaren Quellenmaterials ist es möglich RennfahrerInnen bzw. Fahrzeuge selbst zu recherchieren.

  • © Artur Fenzlau / Technisches Museum Wien bzw. © Erwin Jelinek Technisches Museum Wien
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  • Logo BMUKEin Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur an das Technische Museum Wien mit Österreichischer Mediathek, 2009 bis 2011
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