Mehrfachschreiber Mingograph 1600

Bild
 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Technische Grundlagen
Sammlungsgruppe
Medizin- und Biotechnik
Epoche
1970 - 1979
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.
Viele Vorgänge im menschlichen Körper gehen auf elektrische Ströme zurück. Mit empfindlichen Geräten können diese an der Hautoberfläche abgenommen und aufgezeichnet werden.

Das abgebildete Gerät wurde im Allgemeinen Krankenhaus Wien für die sogenannte "objektive Audiometrie" verwendet, bei der Hirnströme als Reaktion auf akustische Signale beurteilt werden. Die Idee zur Messung der Hirnströme stammt vom Neurologen Hans Berger. Er begann 1924 mit den ersten Experimenten zur Ableitung von Strömen aus der Großhirnrinde. Dank der Entwicklung empfindlicher Messverstärker ist es nicht mehr nötig, die Elektroden direkt am Gehirn anzulegen. Sie werden an zahlreichen Stellen auf der Kopfhaut angebracht.

Die verschiedenen Hirnareale entwickeln unterschiedliche Aktivitäten, je nachdem welche Reize gerade auf den Menschen einwirken. Daher werden bei den Aufzeichnungsgeräten mehrere Kanäle eingebaut, die die Spannungsschwankungen auf einem bewegten Papierstreifen in Form von Kurven festhalten: Es entsteht ein Elektroenzephalogramm (EEG), das dem Arzt wertvolle Hinweise auf die Aktivitäten des Gehirns gibt.

Aus dem EEG lassen sich Störungen ablesen. Es ist aber auch ein wichtiges Hilfsmittel für die Erforschung von Denkvorgängen, von Hören, Sehen, Sprechen, von Schlaf und Trance. Es hat sich gezeigt, dass bestimmten Aktivitäten ganz bestimmte Gehirnareale zugeordnet sind. Wenn die Aktivität auftritt, verändert sich die Kurvenform im EEG in charakteristischer Weise. Man kann am EEG also ablesen, auf welche Aktivität sich der Mensch gerade konzentriert.

Hersteller: Siemens, Erlangen
Entstehungszeit: um 1970


Inv.Nr. 57642/1

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