• FA-123715 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-123716 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-123714 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-123719 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-123726 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-123726 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Glas und Keramik
Epoche
1920 - 1929
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Becherformen zur Darstellung der Glasurtechnik, Wien, 1929

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Salopp formuliert: Stein„zeug“ ist eigentlich ein „Gut“, das wasserundurchlässig ist. Stein“gut“ dagegen ist eigentlich ein poröses „Zeug“, das eine Glasur benötigt. Und um die geht es im Folgenden.

Die Glasur ist eine glasartige Oberflächenveredelung für Keramiken. Sie bildet eine glatte und geschlossene, also wasserundurchlässige Schicht. Je nach Rohstoff und Brenntemperatur entstehen Keramiken mit dicht gebranntem (Steinzeug, Porzellan) oder porösem Scherben (Steingut). Poröse Keramiken erhalten erst durch Glasuren ihre Dichte, doch werden auch dicht gebrannte Keramiken teilweise glasiert, um die Oberfläche zu glätten oder um ihnen eine bestimmte Farbigkeit zu geben.

Glasuren dienen daher sowohl der Zweckmäßigkeit als auch der Ästhetik. Sie setzen sich aus einem Gemisch mineralischer Pulver zusammen, das nach dem Brand eine mit dem Keramikscherben fest verbundene Glasschicht bildet. Unterschiedliche Metalloxide ergeben unterschiedliche Farben.

Wie das in der Praxis ausschaut, zeigt ein kleines Konvolut von „24 Becherformen zwecks Darstellung der Glasurtechnik“, das der bekannte Wiener Keramikkünstler Michael Powolny 1929 dem Technischen Museum Wien zum Geschenk machte. Powolny hat hier mit identen Glasuren auf verschiedenen Untergründen experimentiert sowie durch Mischung diverser Metalloxide die unterschiedlichsten Farbtöne erzeugt.

So verwendet er etwa eine farblose, transparente Glasur sowohl auf Kirchdorfer Ton (aus der Nähe von Krems, NÖ, Bild 1) als auch auf rotem Wiener Ton (Bild 2). Eine opake (undurchsichtige) weiße Zinnglasur bringt er zunächst auf rotem Wiener Ton auf (Bild 3), um sie dann mit Kupferoxid und Bleichromat grün (Bild 4) und mit Kupfercarbonat blau gefärbt (Bild 5) auf Kirchdorfer Ton zu zeigen. Dieselbe weiße Zinnglasur mit Mangan-, Kupfer- und Eisenoxid gefärbt ergibt einen schwarzen Farbton (Bild 6).

Woher wir das wissen? Wir können nur hoffen, dass die den Bechern beigelegten Zettel im Laufe der Jahrzehnte nicht vertauscht wurden. 

Hersteller: Michael Powolny, Wien
Entstehungszeit: 1929

Inv.Nr. 11639/1
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