• FA-124169 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-124170 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Holzbearbeitung
Epoche
vor 1800
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Binderschlägel, um 1750

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Das Bild auf dem Schlägel zeigt seine Funktion: Ein Küfer benutzt ihn und einen Setzhammer zum Antreiben von Fassreifen. Auf der Rückseite ein Papst und ein Heiliger: Geht es hier um Messwein?

Das zwar nicht direkt, aber der Wein spielt im katholischen Ritus schon eine wichtige Rolle. Patron der Weinstöcke und Winzer ist St. Urban und der „Urbanitag“ am 25. Mai ist ein wichtiger Stichtag für den Weinbau im Jahresverlauf. Historische Träger des Namens waren Papst Urban I. (221-230), der sechste Bischof von Langres (5. Jh.) und ein Schüler des Gallus aus dem 7. Jahrhundert. Daher zeigt die Abbildung auf dem Schlägel im Technischen Museum Wien sowohl einen hohen Würdenträger als auch einen Heiligen.

Viele Jahrhunderte lang stellten Fassbinder die wichtigsten Transportbehälter für flüssige und feste Handelsgüter her. Ihr Handwerk erforderte große Körperkraft, da die Dauben gebogen werden mussten, um den Fässern ihr Aussehen zu verleihen. Die gebauchte Walzenform der Fässer erleichterte das Rollen auf dem Boden, Richtungsänderungen während dieses Vorgangs und platzsparende Lagerung durch Stapeln. Meistens wurden die Fässer mit Nahrungsmitteln befüllt, aber auch Erze, Bücher, Sensenklingen sowie Erdöl und seine Produkte wurden solcherart verpackt. In den Anfängen der industriellen Erdölförderung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Barrel, das knapp 159 Litern entspricht, als Hohlmaßeinheit für Ölfässer eingeführt. Wegen des erhöhten Bedarfs gingen damals erste Maschinen zur Fasserzeugung in Betrieb.

Fassbinder waren in den Weinbaugebieten, wo sie Küfer genannt wurden, von besonderer Bedeutung. Schon früh setzten einige Landesfürsten ihren Ehrgeiz darin, Weinfässer in Rekordgröße erzeugen zu lassen. Das „Große Fass“ im Heidelberger Schloss fasst knapp 220.000 Liter, es ist das vierte seiner Art in Heidelberg und wurde 1751 fertiggestellt.


Entstehungszeit: um 1750

Herstellungsort: Neumarkt (Egna), Südtirol

Inv.Nr. 8871
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