• FA-124197 © Technisches Museum Wien
  • FA-124199 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Alltag
Sammlungsgruppe
Haushaltstechnik
Ausstellung
Alltag - eine Gebrauchsanweisung
Epoche
1900 - 1909

Bottichwaschmaschine „Triumph“, ca. 1900 - 1920

Schwerarbeit, beanspruchte Hände durch heiße Lauge und kaltes Schwemmwasser – der Weg zum heutigen Wäschewaschen per Knopfdruck dauerte lange und bedurfte vieler Innovationen.

Dieses Gerät aus der Sammlung des Technischen Museums Wien zeigt einen der ersten Mechanisierungsschritte: Ein Holzbottich besitzt geriffelte Waschscheiben. Die obere Scheibe wurde mittels einer Kurbel gedreht. Die untere, auf der die Wäsche lag, schwamm mithilfe eines Korkeinsatzes in der Lauge. An der geriffelten Oberfläche wurde die Wäsche wie am Waschbrett gerieben.

Händisches Waschen war die anstrengendste, zeitaufwendigste Hausarbeit und als Aufgabe der Frau definiert. Die Hände waren mechanisch durch das Reiben der Wäsche und chemisch durch den Kontakt mit der Lauge stark beansprucht. Versuche, diese Arbeit zu mechanisieren, begannen schon um 1750. Einige Ideen führten langfristig zum Ziel. Ein Bottich mit eingesetztem Rührwerk wurde 150 Jahre lang verbessert, konnte sich aber nicht durchsetzen. Erst als um 1900 Antriebsmotoren zur Verfügung standen, wirkte sich das Prinzip arbeitserleichternd aus. Man spricht von einer Vorratserfindung, weil sie erst mit einer späteren Innovation funktionierte.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden erste Bottichwaschmaschinen serienmäßig hergestellt. Sie waren nicht beheizt, die heiße Lauge musste eingefüllt werden. Anfangs wurden sie noch mit einer Handkurbel bedient. Sie ersparten zwar das händische Reiben der Wäsche in der Lauge, doch das Kurbeln erforderte Zeit und Kraft.

Um 1900 kamen Waschmaschinen mit „Kraftbetrieb“ auf den Markt, bei denen ein Motor über einen Treibriemen die Wäsche bewegte. Sie waren in Landwirtschafts- und Handwerksbetrieben, wo Arbeitsmaschinen auf diese Weise angetrieben wurden, brauchbar. Erst ab den 1960er-Jahren fanden Waschmaschinen allgemeine Verbreitung, denn die Ausstattung der Haushalte mit Starkstrom erfolgte langsam, Strompreis und Geräte waren teuer. Bis dahin war es auch gelungen, Waschvollautomaten zu entwickeln.


Inv.Nr. 35304
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