• FA-112650 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Information & Kommunikation
Sammlungsgruppe
Post
Ausstellung
medien.welten
Epoche
1850 - 1899

Briefkasten mit Sammeltasche

System Th. Maynz-C. O. Weber, Offenbach, 1883

Briefkultur


Das wachsende Aufkommen von Geschäfts- und Privatkorrespondenz im 19. Jahrhundert erfordert ein einheitliches Beförderungssystem und führt zur Einführung von Briefmarken, Kuverts und Briefaufgabekästen.

Die steigende Zahl an Privat-, Geschäfts- und Behördenbriefen trägt im 19. Jahrhundert zum Ausbau der staatlichen Postdienste bei. Zur Vereinfachung des Postverkehrs werden Briefeinwurfkästen aufgestellt, Briefträger eingestellt und Briefmarken eingeführt. Der Zustelldienst wird allmählich auch auf ländliche Regionen ausgedehnt. Briefgebühren, nach Gewicht und Entfernung berechnet, werden vereinheitlicht und gesenkt.

Das wachsende Briefaufkommen erfordert eine schnellere Bearbeitung. Auch die Briefe verändern sich. Statt die Briefbögen mehrfach zu falten und außen zu adressieren, steckt man sie in vorgefertigte Kuverts. Behörden verschließen Briefe mit Klebeblättchen statt mit Lacksiegel. Absender frankieren ihre Briefe selbst mit Briefmarken, die Portoberechnung auf dem Postamt entfällt. Stempel geben Aufschluss über Weg und Laufzeit. Überwacht wird auch der Inhalt. Trotz des Briefgeheimnisses werden Briefe von Beamten in geheimen Postlogen geöffnet und gelesen; verdächtige Passagen werden abgeschrieben.

Inv.Nr. 54803/1
Member of