• FA-123839_Der steirische Erzberg_Gemälde Quelle: Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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Epoche
1920 - 1929
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.

Der steirische Erzberg, Öl auf Leinwand, 1929

Als Erzbasis der alpenländischen Eisen- und Stahlindustrie gilt der Erzberg im obersteirischen Eisenerz seit Jahrhunderten als Zentrum der sogenannten Eisenwurzen. Der bekannte Kupferstecher und Verleger Matthäus Merian nahm deshalb 1649 Eisenerz mit dem Erzberg in sein Werk „Topographia Germaniae“ auf.

Seit dem Übergang zur obertägigen Erzgewinnung und der Anlage der Abbautufen seit den 1890er-Jahren wurde er auch zu einem Wahrzeichen der Landschaft dieser Region. Die im Sonnenlicht in Gelb-, Orange- und Rottönen schimmernde Stufenpyramide motivierte seither zahlreiche Maler zu großformatigen Ölgemälden und Aquarellen. Die während und nach dem ZweitenWeltkrieg enstandenen Erzberg-Bilder von Herbert Boeckl sind inzwischen Teil des visuellen Gedächtnisses in Österreich.
Eine zusätzliche ideologische Aufladung erfuhr der Erzberg nach dem Ersten Weltkrieg als Folge der Übernahme der Österreichisch Alpine-Montangesellschaft durch deutsche Unternehmen; zuerst dem Konzern von Hugo Stinnes und seit 1926 der Vereinigten Stahlwerke AG. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs lieferte das Unternehmen Eisenerz nach Deutschland und erhielt dafür Steinkohle aus dem Ruhrgebiet.

In diesem Kontext entstanden in der Zwischenkriegszeit zahreiche künstlerische Darstellungen des Erzbergs. Mit dem Ölgemälde „Der steirische Erzberg“ aus dem Jahre 1929 von Rudolf Harlfinger verfügt das TMW über ein relativ frühes, großformatiges Bild dieser Epoche. Der Blick aus dem Westen zeigt im Vordergrund die Betriebsanlagen im Krumpental mit den Röstöfen Münzboden und dem großen Bremsberg, teilweise verdeckt vom Rauch der Röstanlage. Im Hintergrund nimmt der Erzberg mit den rötlich schimmernden Abbaustufen die gesamte Breite des Gemäldes ein.

Rudolf Harlfinger (1873–1948) hatte neben seinem Studium der Mathematik und Physik an der Universität Wien 1892 bis 1894 privaten Malunterricht genommen und anschließend einige Jahre an der Akademie der bildenden Künste in München studiert. Er war seit 1906 Mitglied der Secession und 1918/19 deren Präsident. Im Ersten Weltkrieg arbeitete er als Kriegsmaler des k.u.k. Kriegspressequartiers, danach entstanden aber vor allem Landschaftbilder. Harlfingers Werke befinden sich in vielen österreichischen Museen.



Inv.Nr. BPA-008611
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