• FA-116148 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Energie & Bergbau
Sammlungsgruppe
Maschinenbau
Ausstellung
Energie
Epoche
vor 1800

Die Feuermaschine des Fischer von Erlach

Ein gelungener Technologietransfer rettete den Habsburgerstaat vor der Pleite: Im Kampf gegen Grubenwässer ersetzte die Dampfmaschine die überlasteten Wasserräder.

Der englische Schmied Thomas Newcomen baute 1712 die erste Dampfmaschine, die im praktischen Betrieb funktionierte. Der Wirkungsgrad der „Feuermaschine“ liegt bei 1 %. Trotz des enormen Verbrauchs an Kohle setzt sich diese Maschine in den Bergbaurevieren der britischen Insel durch. Dort drohten die Bergleute den Kampf gegen die eindringen Grubenwässer zu verlieren.

In den Silberminen der österreichischen Monarchie stand man vor demselben Problem: Man grub dem Erz nach und gelangte in immer größere Tiefen. Die Wasserräder stießen an ihre technischen Grenzen. Dazu kamen Unwägbarkeiten des Wetters: Bei längeren Trockenperioden fehlte das Treibwasser für die Wasserräder, in den Frostperioden gefror alles Wasser, nur das Grundwasser floss in die Gruben. Die Situation in den kaiserlichen Bergwerken wurde prekär – ebenso die der Staatskasse.

Joseph Emanuel, der Sohn des berühmten Architekten Fischer von Erlach, wurde mit der Lösung dieses Problems beauftragt. Fischer verbesserte die Wasserversorgung von Stift Göttweig entscheidend. Der erfahrene Kunstmeister hatte von der Maschine Newcomens gehört und brach zu einer Studienreise nach England auf.

Die erste atmosphärische Dampfmaschine der Monarchie wird 1721 in Königsberg bei Schemnitz in der heutigen Slowakei, aufgestellt. Im darauf folgenden Jahr eine im Garten des Palais Schwarzenberg. Beide Maschinen wurden vom englischen Ingenieur Isaac Potter und Joseph Emanuel Fischer von Erlach gebaut. Er verbesserte die Steuerung der aus England importierten Maschine und baute ab 1730 erfolgreich weitere Anlagen im slowakischen Revier. Gruben und Budget des Kaisers waren gerettet. Die Schwarzenberg’sche Feuermaschine speiste das Reservoir einer Fontäne – so viel Barock muss sein. Das Modell ist Bestandteil der Sammlungen des Technischen Museums Wien.

Modell: 1:28,8



Inv.Nr. 690
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