• FA-104179 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Metallbearbeitung
Ausstellung
Schwerindustrie
Epoche
1800 - 1849

Drehbank mit Holzschwungrad, um 1840

Formschön und vorindustriell: Dieses altertümliche Gerät wurde noch von einem Gehilfen in Bewegung versetzt. Es ist mit Ausnahme weniger Teile ganz aus Holz gefertigt.

Wie auch das Bohren und Fräsen, ist das Drehen ein spanendes Bearbeitungsverfahren, welches das Prinzip der Rotation nutzt. Es weist drei historische Phasen auf: Wir unterscheiden Drehbank, Drehmaschine und Drehautomat. In die Drehbank wurde das Werkstück gewöhnlich zwischen Spitzen eingespannt und in Rotation versetzt. Der Dreher bearbeitete dieses mit einem auf einer Stütze aufliegenden Drehmeißel, den er mit den Händen führte. Die Anfänge der Drehmaschine sind mit der Entwicklung des Supports verbunden. Er hält den Meißel und löst damit die händische Tätigkeit ab. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dem Dreher allmählich auch die Steuerung der Bearbeitung des Werkstücks entzogen. Nun vollführte ein Automat die Arbeitsfunktionen nach einem bestimmten Programm. Dieses konnte mechanisch, elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch übertragen werden. Die Speicherung erfolgte beispielweise über Steuerwelle, Lochstreifen oder Disketten.

Auch der Antrieb der Drehvorrichtung durchlief mehrere Phasen. Seit dem 13. Jahrhundert wurde die rein händische Drehung des Drehers oder eines Gehilfen durch die Wippendrehbank abgelöst. Die Wippe, eine einseitig fest eingespannten Holzfeder, war mit einem Trittbrett durch eine Schnur verbunden, welche um das Werkstück geschlungen war. Durch den Trittantrieb entstand eine wechselnde Drehrichtung. Im 15. Jahrhundert ermöglichte die Metalldrehbank mit Rad- oder Kurbelantrieb eine kontinuierliche Drehbewegung: Damit konnten größere Kräfte übertragen und höhere Schnittgeschwindigkeiten erzielt werden. Der Dreher konzentrierte sich ganz auf seine Arbeit, da der Antrieb durch einen Gehilfen geschah. Später erfolgte der Antrieb durch Transmissionen und seit Anfang des 20. Jahrhunderts meist durch Elektromotoren.


Entstehungszeit: um 1840



Inv.Nr. 9942
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