Dreschmaschine im Schnitt, um 1910

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© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
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Sammlungsbereich
Produktionstechnik
Sammlungsgruppe
Land- und Forstwirtschaft
Epoche
1910 - 1919
Dieses Objekt ist derzeit im Museum nicht ausgestellt.
„Essen wie ein Scheunendrescher“ – die Redewendung verweist auf das anstrengende händische Dreschen oder auf die trichterförmige Öffnung einer Dreschmaschine, welche die Getreidegarben schluckte.

Über Jahrhunderte schlugen Bauern und Landarbeiter Getreidekörner händisch mit Hilfe von Dreschflegeln aus den Halmen. Oft wurden zum Dreschen auch Zugtiere und Stampfwerke verwendet. Mit dem Vordringen industrieller Arbeitsweisen in die Landwirtschaft, richtete sich die Aufmerksamkeit früh auf die Entwicklung von Dreschmaschinen. Zu den ersten großen Erzeugern von Landmaschinen in Österreich zählte die englische Firma Clayton & Shuttleworth, die 1857 von Wien aus den österreichischen Markt zu beliefern begann. 1869 zählte sie bereits 150 Beschäftigte. Im gleichen Jahr nahm das Unternehmen Hofherr & Schrantz die Produktion auf. 1911 wurden die beiden Konkurrenten vereinigt. In Floridsdorf erzeugten nun 2.400 Personen unter anderem Dreschmaschinen und viele Dampflokomobile für den Antrieb dieser großen Mechanismen.

Die Dreschmaschinen fanden nicht nur auf dem großen ungarischen Markt, sondern auch auf dem Balkan und in Italien regen Absatz. Sie eigneten sich gleichermaßen für das Dreschen von Getreide, Klee, Raps, Reis und Erbsen. Für den Einsatz in Bergregionen wurden diese gewichtigen Geräte mit einer Bremse versehen. In abgelegenen oder schwer erreichbaren Gebieten wurden auch leichtere Ausführungen eingesetzt. Wo nur wenig Kohle oder Holz für den Betrieb der Lokomobile zur Verfügung standen, wurden diese für Strohbefeuerung konstruiert.

Clayton & Shuttleworth haben übrigens Eingang in die Literaturgeschichte gefunden: 1963 veröffentlichte der österreichische Schriftsteller Heimito von Doderer den Roman „Die Wasserfälle von Slunj“, dessen Schauplätze unter anderem in Wien und Kroatien angesiedelt sind. Zwei der Hauptfiguren, Robert und Donald Clayton, sind Teilhabern der Firma nachempfunden.


Entstehungszeit: um 1910

Inv.Nr. 9295/1

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