Egger-Elektromotor

Bild
 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Wenn Gottesmänner Maschinen bauen, Teil 2: Martin Egger scheitert mit seinem Elektromotor, der nie gebaut wird.

Der Tiroler Pater Martin Egger entwickelt 1860 einen Motor, der elektrische Energie in eine Drehbewegung umwandelt. Egger geht bei der Konstruktion vom Prinzip der Dampfmaschine aus. Anstelle von Kessel, Zylinder und Kolben wirken Elektromagnete und Anker. Der übrige mechanische Teil entspricht jenem der Dampfmaschine. Ein galvanisches Element liefert die Antriebsenergie.

Dem Pater gelingt es hervorragend, die Nachteile von Dampfmaschine und galvanischem Element zu vereinen. Der aufwendige mechanische Teil führt zu hohen Reibungsverlusten und lässt nur niedrige Drehzahlen zu. Galvanische Elemente sind teuer und in der Leistung begrenzt. Der Motor wird nie gebaut, es bleibt bei Modellen für Schulzwecke.

Beide, Motor und Erbauer, verdienen dennoch die gebührende Anerkennung, denn so kann Technik auch sein: Man hat eine glänzende Idee, kann sie auch technisch umsetzen, erhält Patente und ist, zumindest eine Zeit lang, wirtschaftlich erfolgreich, doch am Ende des Tages setzt sich eine andere Lösung durch. Dem Thema „Wege und Irrwege“ ist ein Teil der Schausammlung des Technischen Museums Wien gewidmet.


Inv.Nr. 4979

Member of