• FA-123596 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-123599 © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Alltag
Sammlungsgruppe
Haushaltstechnik
Ausstellung
Alltag - eine Gebrauchsanweisung
Epoche
1900 - 1909

Eiskasten, ca. 1900 - 1940

Der schnelle Griff nach kühlen Getränken und frisch gehaltenen Lebensmitteln ist selbstverständlich. Doch vor der Erfindung des Kühlschranks war dieses Angebot beschränkt und mit viel Arbeit verbunden.

Obwohl bereits seit den 1910er-Jahren Haushaltsgeräte entwickelt wurden, die Kälte erzeugen konnten, fanden sie erst ab den 1960er-Jahren allgemeine Verbreitung. Vorher stellte das Kühlen in der warmen Jahreszeit eine Herausforderung dar. Nahrungsangebot, Einkaufsgewohnheiten und Vorratshaltung unterschieden sich daher sehr von den heutigen Standards. Es war wichtig, über möglichst kühle Vorratsräume, z. B. Keller, zu verfügen. Um Lebensmittel vor dem Verderb zu bewahren, wurden sie in Dosen und Gläsern konserviert. Leicht verderbliche Lebensmittel, wie Fleisch, Milch oder Butter, wurden täglich in kleinen Mengen gekauft. Das Angebot an kühl zu haltenden Lebensmittel war auch in den Geschäften gering.

Etwa ab 1870 wurden Eiskästen, wie dieses Modell aus der Sammlung des Technischen Museums Wien, zur Verbesserung der kühlen Lagerung produziert. Sie konnten aber selbst keine Kälte erzeugen, wie der Kühlschrank, sondern mussten regelmäßig mit Eisblöcken bestückt werden. Während das oben eingelegte Eis schmolz, entzog es dem Innenraum die dafür nötige Wärme. Das Gehäuse aus Holz war innen zumeist mit Isoliermaterial und Zinkblech ausgekleidet. Eisfirmen belieferten die Haushalte mit dem für die Kühlung benötigten Stangeneis. Das mühsam beschaffte und teure Eis musste effektiv genutzt werden, deshalb stand der Eiskasten – im Gegensatz zum Kühlschrank heute – an kühlen Orten.

Kühlen bedeutete viel Arbeit: Sie musste das Schmelzwasser abgießen und das Eis ersetzen, den Eisschrank ständig reinigen und den Eisvorrat kontrollieren. Die Werbung versprach zwar eine hygienisch reine Kühlung, allerdings entstand durch das Schmelzen von Eis eine feuchte Kühle, die Schimmelpilze und übel riechende Oxidbeläge am Blech begünstigte. Erst mit den kälteerzeugenden Geräten bedeutete Kühlen keine Mühe mehr.


Inv.Nr. 35177/1
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