Elektrische Bohrmaschine

Bild
© Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Verkehr
Sammlungsgruppe
Brücken und Tunnel
Ausstellung
Mobilität
Epoche
1900 - 1909
Der Bau von Eisenbahnstrecken war aufgrund der österreichischen Topografie sehr aufwendig. Die ersten Tunnel wurden von ausländischen Fachkräften errichtet.

Seit dem frühen 17. Jahrhundert erfolgte der Vortrieb von Stollen im Berg- und Tunnelbau durch Sprengungen. Händisch und später maschinell wurden Löcher in den Fels gebohrt, die mit Sprengstoff gefüllt wurden. Nach der Zündung konnte das abgesprengte Material abtransportiert und weitere Sprenglöcher gebohrt werden.

Die Bohrmaschinen wurden mit Druckluft, Druckwasser und elektrischem Strom angetrieben. Da unter Tage immer die Gefahr von explosiven Gasen besteht, auch schlagende Wetter genannt, muss die Entstehung von Funken an Maschinen unterbunden werden. Elektrisch betriebene Einrichtungen müssen daher immer vollständig gekapselt ausgeführt sein.

So wurde auch die von Siemens und Halske um 1900 vorgestellte elektrisch betriebene Stoßbohrmaschine gefertigt. Im Bergbau wurden tragbare Maschinen mit einem externen 800-Watt-Motor verwendet. Für den Tunnelbau konnten bis zu vier stärkere Bohrmaschinen auf einem Bohrwagen montiert werden. Jede dieser Maschinen hatte einen fest angebauten, 1.500 Watt starken Motor. Sie wurden unter anderem beim Bau des Karawankentunnels, des Wocheinertunnels und des Saarsteintunnels eingesetzt. Mit dieser Anordnung konnte ein täglicher Vortrieb von 6 - 7 Metern erreicht werden.

Ein Pavillon der Weltausstellung in St. Louis 1904 war den Österreichischen Eisenbahnen gewidmet. Die Dioramen, Modelle und Archivalien wurden im Anschluss dem Historischen Museum der Österreichischen Eisenbahnen vermacht. So blieb auch das betriebsfähige Modell der elektrischen Stoßbohrmaschine bis heute im Technischen Museum Wien erhalten.


Inv.Nr. 42766

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