• FA-108508_Lohner-Porsche © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-108516_Lohner-Porsche © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-108512_Lohner-Porsche © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
  • FA-108514_Lohner-Porsche © Technisches Museum Wien, Foto: Peter Sedlaczek
Sammlungsbereich
Verkehr
Sammlungsgruppe
Straßenverkehr
Ausstellung
Mobilität
Epoche
1900 - 1909

Elektrofahrzeug Lohner-Porsche, 1900

Zurück in die Zukunft! Schon um 1900 gab es erfolgreiche Elektrofahrzeuge. Viele Überlegungen zum Elektrofahrzeug von damals sind heute wieder ganz aktuell.

Als der Wiener Wagenbauer Ludwig Lohner 1898 in das automobile Abenteuer einstieg, entschied er sich für einen Wagen mit Elektroantrieb. Elektrofahrzeuge hatten ganz offensichtliche Vorteile gegenüber dem Benzinwagen: Sie ließen sich einfacher starten und fahren, und sie waren leise im Betrieb. Nicht zuletzt produzierten sie keine unmittelbaren Abgase, wohingegen die Luft von den „in großer Anzahl auftretenden Benzinmotoren erbarmungslos verdorben würde“, so Lohner.

Der junge Ferdinand Porsche entwickelte die Idee zum Lohner-Porsche-Fahrzeug. Anstelle von umständlichen Kraftübertragungen trieben Innenpolmotoren die Vorderräder direkt an. Stromquelle für die Radnaben-Elektromotoren waren Akkumulatoren mit 60 - 80 Volt Klemmenspannung und einer Kapazität von 170 - 300 Amperestunden. Der Aktionsradius betrug bei einer Normalgeschwindigkeit von 35 km/h etwa 50 km. Auf der Pariser Weltausstellung von 1900 erhielt der Lohner-Porsche viel Anerkennung und Lob.

Der Lohner-Porsche war ein elegantes, leicht bedienbares Fahrzeug für die Stadt. Besonders geeignet war es im regelmäßigen Einsatz von Flottenfahrzeugen. Die Wiener Feuerwehrbrigade schaffte 40 Fahrzeuge an, die auf dem Lohner-Porsche-Antrieb basierten. Taxis mit Lohner-Porsche-Antrieb fuhren erfolgreich in Berlin.

Trotz dieser Einsätze konnten sich die Elektrofahrzeuge jedoch langfristig nicht durchsetzen. Wer mit dem Auto als neuer "Abenteuermaschine" ins Grüne hinausfahren wollte, der entschied sich für einen Benziner. Die Reichweite des Elektrofahrzeugs war zu kurz, es fehlte die Infrastruktur zum Aufladen und die Aufladezeiten waren zu lang. Hinzu kam ein „Imageproblem“ der Elektrofahrzeuge: Sie waren fast zu sauber und ruhig und daher auch ein bisschen langweilig.


Inv.Nr. 1428
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